© European Central Bank/Robert Metsch

Jetzt werden über 1 Billion Euro (teils wertlose) Anleihen gekauft!

Landshut, 22.01.2015 – Die EZB will monatlich für 60 Milliarden Euro Anleihen kaufen. Die Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen sollen bis September 2016 laufen, betont EZB Präsident Mario Draghi. Das ergibt eine Gesamtsumme von über 1.000.000.000.000 Euro – eine Billion Euro. Damit übertraf der Italiener sogar die Erwartungen von Börsen-Insidern. Zugleich wurde der Leitzins bei 0,05 Prozent belassen.

Dieses sind die Folgen der EZB-Politik:

• Der Euro wird weiter abstürzen. Nur die Stützungskäufe der Notenbanken halten den freien Fall noch auf.
• Aktien werden bis auf Weiteres steigen.
• Die Zinsen im Euroraum bleiben niedrig.
• Anlagen auf Konten und Staatsanleihen werden Kapital vernichten.
• Ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland wird durch diese vorbereitende Maßnahme sehr wahrscheinlich – egal wie die Wahl am 25.01.2015 ausgeht.
• Spanien, Portugal und Italien werden die Sparpolitik einschränken oder beenden.
• Das Geld kommt aus der Druckerpresse.
• Der Goldpreis wird steigen.
• Immobilienpreise werden bis 2016 weiter moderat bis stark steigen.
• Sachwerte gewinnen an Bedeutung.

 

Ob dies den gewünschten Anschub für ein Wirtschaftswachstum und gegen die befürchtete Deflation bringt, ist fraglich. Zumindest das Übertreffen der Erwartungen wird kurzfristig positive Markteffekte bringen. Das Ankaufprogramm wirkt kontraproduktiv bei der Sanierung von Krisenländer wie Griechenland. Sie müssen sich ihr Geld nicht zu hohen Zinsen auf dem freien Markt besorgen, sondern bekommen es zinsgünstig von der EZB. Trotz schlechter Bonität wird die EZB weiter billiges Geld an Griechenland geben, und bremst jegliche Reformbemühungen. Für den Rest Europas ist der Effekt eher gering, da die Zinsen bereits vor der Maßnahme sehr günstig waren.

Das schlimmste Signal der EZB: Wer mit frischgedruckten Euros teilweise wertlose Anleihen der Krisenländer kauft, glaubt selbst nicht mehr an die Stabilität des eigenen Geldes.