Die Aufnahme in die Hall of Fame der Sachwertbranche erfolgte mit der Verleihung des Deutschen BeteiligungsPreises 2011 in der Kategorie Lebenswerk.
Laudator: Werner Rohmert, Herausgeber Der Immobilienbrief

 

Harald von Scharfenberg, © Robert Schadt; epk media GmbH & Co. KG

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Ehrenpreis für das Lebenswerk ist etwas anderes als der Preis für eine gute Idee, einen guten Fonds oder ein gutes Geschäftsjahr. Vielleicht ist es auch etwas früh, bei Ihnen von Lebenswerk zu sprechen. Bis heute sind Sie Motor und Innovator Ihres Unternehmens und werden das wohl auch noch eine Reihe von Jahren sein. Aber da der Preis nun einmal Lebenswerk heißt, ist damit auch der Maßstab gegeben, an den sich die Laudatio hält.

Lebenswerk heißt etwas anderes, als immer gutes Geschäft gemacht zu haben oder seine persönliche Altersvorsorge auf gehobenem Niveau sichergestellt zu haben. Lebenswerk hat einen inneren Aspekt und einen gesellschaftlichen Aspekt. Die wichtige Frage, ob Sie das gemacht haben, was Ihnen selber die meiste Freude gemacht hat, und ob es das war, was Sie sich selber vorgenommen hatten, müssen Sie selber beantworten. Aus externer Sicht lässt sich da nur sagen, dass Sie erfolgreich waren und dass Sie im persönlichen Gespräch immer den Eindruck machten, als hätten Sie Freude an Ihrer Aufgabe.

Der Grund für die Preisverleihung war aber wohl eher der unternehmerische und gesellschaftliche Aspekt. Unternehmerisch hatten Sie Erfolg. Die BVT gehört jetzt seit Jahrzehnten zu den Top Ten der unabhängigen Fondsinitiatoren.

Lebenswerk bedeutet mehr, als Fondsideen zu entwickeln. Ihr Lebenswerk war der Umgang mit anderer Leute Geld. In der Kapitalanlage haben Sie immer Verantwortung gezeigt. Unter Profis brauchen wir auch nicht zu diskutieren, dass in 35 Jahren und weit über 150 Fonds nicht immer alles nach Plan lief. Zuletzt hat die Finanzkrise Zusammenhänge aufgezeigt, auf die man selbst vorher nie gekommen wäre. Dass es im US-Geschäft Blessuren gab, liegt wohl auf der Hand. Aber andererseits zeigt auch gerade die Residential-Serie auf, wie Profis für das Geld und das Vertrauen ihrer Anleger kämpfen.

Mit Blick auf den Ehrenpreis „Lebenswerk“ steht eben nicht zur Diskussion, dass es in 35 Jahren Planabweichungen gegeben hat, sondern die Gesamtbilanz und vor allem der Umgang mit Planabweichungen standen auf dem Prüfstand. Hier haben Sie Vorbildliches geleistet. Lange bevor die Finanzkrise neue Perspektiven des Schiefgehens aufzeigte, war am Markt ausnahmslos zu hören, dass Harald von Scharfenberg sich auch unter Einsatz seines Privatvermögens immer „gekümmert“ hat. Das ist bis heute unbestritten. Das ist auch der Grund, warum das Fondsgeschäft bei Unternehmern besser aufgehoben ist als bei Angestellten, die bei Auslauf des ersten Mietvertrages einer Immobilie längst das Weite gesucht haben.

Und mit Blick auf den heutigen Ehrenpreis „Lebenswerk“ möchte ich betonen, warum ich mich hier heute geehrt fühle, die Laudatio zu halten: Sehr geehrter Herr von Scharfenberg, Sie haben in 35 Jahren immer dem Bild des „ordentlichen Kaufmann“ entsprochen, auf den Deutschland traditionell stolz war.