Kommentar von Edmund Pelikan

 

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Landshut, 03.02.2015 – Eine Woche nach der Griechenlandwahl und die europäische Finanzpolitik ist angezählt. Konsequent spielen die Griechen das Spiel „good guy“ – „bad guy“. Beim Besuch des Europaparlamentspräsidenten Schulz in Athen wurde durch den griechischen Ministerpräsidenten noch gute Stimmung verbreitet. Einen Tag später zeichnete sich ab, dass dies nur Theater war und der Eurogruppenchef Dijsselbloem am Tag darauf durch den griechischen Finanzminister Varoufakis regelrecht vorgeführt wurde.

Die Troika-Kontrolleure werden rausgeworfen, die Privatisierungsbehörde quasi enthauptet und weitere Hilfsgelder abgelehnt. Die Argumentation ist gewagt, wenn Griechenland sagt, dass die Kontrollen und das Spardiktat entwürdigend seien. Als externer Beobachter kann man nur staunen, wie glaubwürdig das ein Land, das bereits tief im Bankrott steckt, rüberbringen kann.

Das wäre ähnlich, als wenn die Geschwindigkeitsbeschränkung in Deutschland nicht mehr durch die Polizei kontrolliert werden darf, weil eine Kontrolle und Bußgelder für Autofahrer ehrverletzend sind. Wenn diese kontrollfreie Zone im Straßenverkehr geschehe, wäre klar, dass Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder nichts anderes als Straßenrand-Dekoration wären.

Und das Erstaunliche: die Europäische Kommission und Deutschland knicken ein. Trotz der Drohgebärden aus Griechenland will die deutsche Regierung wieder über 20 Milliarden für Athen losschicken und der EU Kommissionschef Junker denkt laut darüber nach, die Troika-Kontrollen abzuschaffen.

Da kann man nur mit Obelix antworten: Die spinnen, die Berliner und Brüsseler!