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Bericht von Andre Eberhard, Immobilienbrief

Zum 13. mal lud Veranstalter Jürgen Braatz zum Fondsrating-Tag ins Hamburger Empire Riverside Hotel nach Hamburg.

Viele vor allem freie Vermittler der AIF-Branche kamen, um sich allen voran über neue Produkte zu informieren. Neben dem Lombard-Geschäft, Containern und Flugzeugen, stand auch Lloyd Fonds Rede und Antwort zum aktuellen Umwandlungsprojekt von elf Schiffsfonds in Lloyd Fonds-Aktien. Es gelte, Vertrauen zu schaffen, so die einhellige Meinung von Vertretern der Emissionshäuser und Verbände. Vor allem Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands bsi warb für die neue „weiße“ Produktwelt. Der geschlossene Fonds bzw. die neue Investment KG sei endgültig auf einer Stufe mit anderen WpHG konformen Produkten. Auch wenn es noch viele Stellschrauben gebe. „Der Markt ist vor allem bei den Produktinformationen noch am Werden“, so Romba. Gemeint ist damit die Neuausrichtung der Inhalte von Prospekt und sonstigen Unterlagen für den Anleger. Dieser soll künftig seine Investmententscheidung nur noch an den sog. WAI´s festmachen, den wesentlichen Anlegerinformationen. Der klassische Prospekt soll keine Rolle mehr spielen, das in seiner neuen Form wesentlich dünner und komplett ohne Bilder ist. Auch verzichten einige Initiatoren auf Prognoserechnungen und liefern sie meist nur dann, wenn Vertriebe dies zur Unterstützung benötigen.

Dabei hat der AIF, Alternative Investmentfonds, auch zukünftig eine Existenzberechtigung. Davon ist die Branche überzeugt. Die Zunahme von Sachwertinvestitionen werde laut der Studie „Realisation“ von J.P. Morgan mit einer Erhöhung der Sachwert-Allokation der Investoren von heutigen 5-10 auf 25 Prozent in der zukünftigen Dekade ansteigen, prognostizierte Helmut Schulz-Jodexnis von Jung, DMS & Cie. Auch interessierten sich trotz vieler Skandale der Branche immer noch sehr viele Anleger für unternehmerische Beteiligungen. Die Commerzreal AG befragte gemeinsam mit der Steinbeis-Hochschule Berlin 3.000 Privatanleger. Demnach sind 80 Prozent der bereits investierten Anleger bereit, erneut in unternehmerische Beteiligungen zu investieren. Allen voran Immobilieninvestments.

Das scheint auch das Einzige zu sein, was derzeit im Vertrieb geht. Die Namen von Immac, ZBI, PROJECT Gruppe oder auch publity wurden in Background-Gesprächen immer wieder genannt wenn es um die Emissionshäuser ging, die derzeit noch platzieren. Dabei seien noch immer viele Vertriebe verunsicher, vor allem durch die vielen vermeidliche Anlegerschutzanwälte, die ihre Kunden derzeit anschreiben. Martin Klein, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Branchenverbands VOTUM machte deutlich, dass viele Gerichte das Vorgehen von diesen Anlegerschutzkanzleien inzwischen eher kritisch sehen. Das dahinterstehende Ziel der Verfolgung eigener wirtschaftlicher Zwecke ohne Berücksichtigung der Belange der Anleger werde häufig erkannt, so Klein. Verunsicherung löst auch das Umwandlungsprojekt der Hamburger Lloyd Fonds AG aus. Diese will in einem ersten Schritt elf Schiffsfonds übernehmen und den Anlegern Lloyd Fonds Aktien anbieten. Anleger sollen so zu Aktionären werden. Ursprünglich geplant war die Eingliederung von 40 Schiffen in die AG. Allerdings hätten viele Banken nicht mitgespielt. Die Abstimmungen laufen derzeit, so Lloyd Fonds.

Die ersten beiden Gesellschafterversammlungen waren am vergangenen Dienstag. Ziel sei, dass Lloyd Fonds ein langfristiges Schifffahrtsunternehmen werden wolle. Rund 18.000 Anleger sind betroffen. Das Konzept sei dabei nicht ausschließlich auf Lloyd Fonds Schiffe ausgelegt. Auch andere Schiffsfondsanbieter hätten bereits Interesse gezeigt. Anlegerschutzanwälte sitzen bereits in den Startlöchern. Der Aktienkurs der Lloyd Fonds AG hat sich in diesem Jahr deutlich erholen können. Von 1,10 Euro kletterte der Kurs zwischenzeitlich auf 3 Euro. Analysten raten bei einem Kursziel von 4 Euro derzeit zum Kauf. Ob das Anleger vom Umtausch überzeugt, bleibt abzuwarten.

Fazit: Die Branche leckt ihre Wunden. Der Vertrieb läuft schleppend. Verunsicherung bei Anlegern und Vertrieben prägt das Bild der Branche, die derzeit Selbstvertrauen zurückgewinnen muss. Die Konsolidierung ist so gut wie abgeschlossen. Der Anleger kann bereits aus einer Vielzahl staatlich vollregulierter Produkte wählen. Immobilie, allen voran Wohnen, bleibt das Produkt der ersten Wahl. Dabei haben auch andere Anbieter wie Hannover Leasing oder Dr. Peters interessante Alternativen mit ihren A380 zu bieten.