dr-peters-bild-anzeige_webKommentar von Edmund Pelikan

Landshut, 17.03.2015 – Zum Jahreswechsel 2014/2015 wurde wieder einmal eine Meldung durch das Finanzmarktdorf getrieben. Die Produktion von A380 stehe vor dem Aus. Besonders da zahlreiche Emissionen in der neue AIF Welt auf dieses Fugzeuginvest setzten, erkundigte sich die Redaktion des BeteiligungsReports an profunder Stelle. Von Herrn Gehling aus dem Hause Dr. Peters, Dortmund, bekamen wir am Rande des Fondskongresses in Mannheim zu den Mutmaßungen bezüglich der Einstellung der A380 Produktion folgende Aussage: 

„Die öffentlichen Mitteilungen von Airbus anlässlich der Investorenkonferenz in London haben zunächst nur die Auswirkung, dass öffentliche Spekulationen und Diskussionen geführt werden, die nach unserer Einschätzung dem Sachstand gar nicht entsprechen. Das häufig in der Presse zu lesende Zitat von Herrn Harald Wilhelm, CFO der Airbus Group, kann ich nicht bestätigt finden. Herr Wilhelm hat lediglich mitgeteilt, dass die Produktion des A 380 ab 2015 und auch in den Jahren 2016 und 2017 „break even“ verlaufen werde, und dass dies auch für 2018 gelte, unabhängig davon, ob etwas am Produkt gemacht wird und selbst dann, wenn Airbus (zu verstehen als „theoretisch“) die Produktion des A 380 einstellen würde. Nach meiner Einschätzung enthält die Mitteilung ausschließlich den Hinweis, dass Airbus neben dem Break-Even-Aspekt in der Produktion zunächst einen Rückfluss der Entwicklungskosten für den A 380 in seiner jetzigen Konfiguration erwartet, bevor nun voreilig – wie beispielsweise von Emirates teilweise gefordert – über eine kostenintensive Weiterentwicklung des A 380 nachgedacht wird. Für uns eine konsequente und richtige Vorgehensweise. Wir haben angesichts der verschiedenen Pressemeldungen am vergangenen Donnerstag auch Kontakt zu dem Chef der Airbus Group, Tom Enders, aufgenommen, der uns persönlich versichert hat, dass keiner der Top-Manager von Airbus auf der Investorenveranstaltung in London über einen Abbruch des A 380-Programms spekuliert hat. Im Gegenteil, so Tom Enders, hätten sich alle optimistisch zu den Perspektiven des A 380 geäußert. Diese Aussage von Tom Enders hat für unser Haus maßgebliche Aussagekraft. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Airbus selbst den A 380 in seiner ebenfalls am 11. Dezember 2014 gehaltenen Investorenpräsentation als „Undisputed Industry Flagship“ bezeichnet hat.

Angesichts der vorstehenden Mitteilung von Tom Enders sehen wir derzeit kein Risiko, dass der Veräußerungserlös bzw. der Gebrauchtpreis für einen A 380 wegen der augenblicklichen öffentlichen Diskussion gegenüber den Prospektannahmen signifikant sinkt. Generell sind die Gutachterwerte für einen A 380 in der vergangenen Zeit gestiegen. Wir gehen in unseren Kalkulationen aber ohnehin von Mittelwerten aus und nicht von Höchstannahmen. Zudem berücksichtigen wir in den Kalkulationen stets nur Half-Life-Return, obwohl wir beispielsweise bei dem aktuellen Produkt mit Air France Full-Life-Return vereinbart haben. Nach unserer Bewertung kann zwischen diesen beiden Annahmen schnell ein Wertvorteil von USD 15 bis 20 Mio. liegen, den wir als Reservepuffer kalkulatorisch aber unberücksichtigt lassen. Ungeachtet der aktuellen Diskussion ist zu betonen, dass der Flugzeugmarkt positiven wie auch negativen Schwankungen unterliegen kann. Daran wird sich auch wegen der aktuellen öffentlichen Diskussion nichts ändern.“