Kommentar von Edmund Pelikan

 

Grafik und Businessman

©Shutterstock

Landshut, 20.03.2015 – Wenn man das Management der Lloyd Fonds AG derzeit in den Medien hört, ist die Entscheidung aus deren Sicht sehr klar: das Modell der Zukunft ist die Aktie. Wie sich bei dieser Überzeugung die Schiffsfondseigner fühlen, deren Fonds zu schlecht sind, dass sie ein Angebot bekommen haben? Aber sei´s drum: Es wird in Zukunft wie im Übrigen bereits in der Vergangenheit bei der Lloyd Fonds AG zwei Anlegertypen geben – den Aktionär und weiterhin den Kommanditisten. Wer der Bevorzugte künftig sein wird, scheint nach den zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen von Vorstandsvorsitzenden Thorsten Teichert klar zu sein.

Aber ist Aktionär von Lloyd Fonds zu sein ein erstrebenswertes Ziel? In der Vergangenheit hatten diese Anleger nach 2008 wenig Freude: Kurssturz auf fast Pennystocksniveau und ausgefallene Dividenden. Außer Kosten nichts gewesen. Das liegt auch daran, dass wenige der Kommanditbeteiligungen so richtig performen. Mag das sicherlich zum großen Teil auch am darbenden maritimen Marktumfeld liegen, das Management hat aber auch keine positiven Outperformer-Qualitäten bewiesen. Da hilft auch wenig, dass kürzlich ein Analysehaus die Aktien auf einen Kursausblick von vier Euro hebt und der Kurs sich seit der Bewertungsankündigung kräftig nach oben bewegt hat.

Und nun soll es der Aktienumtausch richten. An einem grundlegenden Gedanken möchte ich aufzeigen, dass dies nicht das Allheilmittel sein wird. Bei der Aktien ist eine jederzeitige Handelbarkeit gegeben. So zumindest in der Theorie, und auch Thorsten Teichert führt dieses Beispiel immer wieder als Vorteil an. Das ist auch grundsätzlich richtig.

Aber der Aktienmarkt ist ein freier Markt, wo Angebot und Nachfrage regieren. Stellen wir uns nun weiter vor, dass die Kommanditisten, die den Aktienumtausch ihrer Schifffondsanteile in Aktien genau aus diesem Grund nicht nur akzeptieren, sondern sogar sehnsüchtig erwarten, um wieder an ihr Geld zu kommen, in der Anfangsphase eher ihr Waterloo erleben werden. Denn zum einen haben sie zu einem theoretischen mit Gutachten gestützten Kurs von 3,54 Euro ihre Aktien bekommen, Mitte März steht der Kurs der Lloyd Fonds-Aktie aber bei etwa 2,40 Euro. Wenn nun viele Neuaktionäre selbst nach einer gewissen Schamfrist verkaufen, wird der Kurs fallen, weil der Markt diese vermutlich nicht aufnehmen wird. Eine Ausnahme für dieses Szenario gibt es – wenn Institutionelle im großen Stil diese Aktien aufkaufen. Das bleibt den umtauschwilligen Aktionären zu wünschen, wetten würde ich nicht darauf.  Deshalb müssen sich diese Anteilseigner im Klaren sein, dass sie auch in der Aktie lange bleiben und gleichzeitig hoffen, dass das Management einen guten Job macht. Dies ist das  wünschenswerte Szenario, in dem die Umtauschaktionäre monetär mit einem blauen Auge oder sogar Gewinn aus dem Deal herauskommen werden. Ob es eintritt, ist mehr als fraglich.

Letztendlich muss jeder Kommanditist selbst entscheiden. Mir kommt es aber eher wie eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera vor. In jedem Fall sind Durchhaltevermögen und gute Nerven auch für die potentiellen Neuaktionäre gefragt.

 


Quelle: BR-Update 2/2015

Zum gesamten BR-Update 2/2015