mark-my-wordsDie Redaktion des BeteiligungsReport galt bisher nicht unbedingt als sehr kritisch. Wer den Herausgeber und Sachverständigen Edmund Pelikan bei seinen Prospektprüfungsseminaren oder bei seinen Vorträgen erlebte, weiß, dass er Tacheles reden kann. Inzwischen ist die Erkenntnis in der Redaktion gereift, dass man einen Markt wie die Sachwertbranche durchaus positiv begleiten kann, auch wenn man diesen öffentlich hinterfragt.

 

Fragen an XOLARIS, Treuhänder des Canada Gold Trust zu dem Bestandsfonds (Platzierung 2012/2013) Canada Gold Trust I bis III (ursprünglich Nachrangdarlehen)

• Warum fordert der Treuhänder eine außerordentliche Gesellschafterversammlung?
• Warum wurde eine Sonderprüfung der Fonds durch die Wirtschaftsprüfergesellschaft Röver Brönner Susat vom Treuhänder beauftragt?
• Gibt es einen Verdacht für Missstände bei der Mittelverwendung?

Antwort von Stefan Klaile, Geschäftsführer der XOLARIS Service GmbH

„Wir bemühen uns als Treuhandgesellschaft der Anleger des Canada Gold Trust-Fonds bereits seit geraumer Zeit um mehr Transparenz auf Ebene der Fondsgesellschaften und insbesondere der nachgelagerten Projektgesellschaften.

Im Zuge der geplanten und Ende Juli 2014 beschlossenen Umwandlung der Fondsanteile in Aktien der Henning Gold Mines Inc. (HGM) haben wir daher ein verbessertes Berichtswesen mit höherer Informationstiefe eingefordert. Diese Forderung haben wir noch verstärkt, nachdem bekannt wurde, dass Aktien der HGM bereits seit dem Frühjahr in Kanada einem Handelsstop unterliegen.

Da uns als Treuhandgesellschaft trotz vieler Anfragen, Gespräche und Verhandlungen nur ein unvollständiger Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesellschaften in Kanada gewährt wurde und unseren Forderungen bis heute nicht in zufriedenstellender Weise entsprochen wurde, ergab sich der Verdacht, dass die Mittelverwendung auf Ebene der kanadischen Gesellschaften möglicherweise nicht ordnungsgemäß erfolgte.

Eine vollständig zweckkonforme Verwendung der Gelder konnte uns bis heute nicht belegt werden. Aus unserer Sicht besteht eine Deckungslücke von rund CAD 7 Mio.

Eine von uns als Treuhandgesellschaft beauftragte Sonderprüfung der CGT-Fonds durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RöverBrönnerSusat konnte bis heute nicht umfassend durchgeführt werden, da die Unterlagen der HGM nicht zur Verfügung gestellt wurden.

Wir haben daher am 20. Januar 2015 über eine Rechtsanwaltkanzlei Antrag auf dinglichen Arrest beim Landgericht Frankfurt gestellt, um die Ansprüche der Anleger gegenüber der als schuldbeitretenden Gläubigerin der Fonds auftretenden Henning Gold Mines Inc. für die Anleger zu sichern. Dem Antrag wurde zwischenzeitlich stattgegeben.

Da der unabhängige Geologe Dr Rüdiger Schwarz (Geotech) noch einmal ausreichende Goldvorkommen in den Claims gegenüber der Treuhandgesellschaft bestätigt hat, haben wir keinen Zweifel an der grundsätzlichen Tragfähigkeit des Fondskonzeptes.
Als den Anlegern verpflichtete Treuhandgesellschaft drängen wir jedoch auf den Austausch oder die Ergänzung der Fondsgeschäftsführung, damit die hier bestehenden Interessenkonflikte aufgehoben und eine direkte Durchgriffsmöglichkeit der Fondsgesellschaft auf die Projektgesellschaften geschaffen wird:

Derzeit ist Herr Prasch Fondsgeschäftsführer und zugleich Board-Mitglied sowie Vertreter eines Gesellschafters bei HGM. Zwangsläufig unterliegt Herr Prasch damit einem Interessenkonflikt im Rahmen einer möglichen Auseinandersetzung zwischen den Fonds und der HGM. Dies wird evident, wenn die HGM ihre Verpflichtungen gegenüber den Fonds nicht erfüllt und die Fondsgeschäftsführung dies toleriert, ohne geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Des Weiteren wurde die Geschäftsführung der Komplementärgesellschaft nicht durch die Fonds besetzt, sondern durch die Gesellschafter der Komplementärin. Dies ist aber ebenfalls HGM, sodass der Interessenkonflikt auch insoweit besteht. Alternativ könnte die Komplementärin durch eine neue Gesellschaft, die nicht mit der HGM verbunden ist, ersetzt werden.

Diese Lösungsvorschläge bedürfen der Zustimmung und Beschlussfassung der Anleger, so dass aus unserer Sicht eine außerordentliche Gesellschafterversammlung dringend notwendig ist.

Wir haben daher die Fondsgeschäftsführung aufgefordert, in kürzest möglicher Frist eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einzuberufen. Nachdem sie dieser Aufforderung nicht nachgekommen ist, haben wir unser Recht als Treuhandgesellschaft in Anspruch genommen und die Anleger zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 28. Februar 2015 in Stuttgart eingeladen.“