Gold und Silber im Tresor

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Landshut, 13.05.2015 – Eine satirische Streitschrift von Edmund Pelikan, ob das Bundesfinanzministerium betrügt!

Die Geldrevoluzzer legen deshalb ihre Guthaben in Edelmetalle an. Das scheint gut und sicher zu sein. Gold gilt zwar als Notfallwährung, was aber beim Euroexodus tatsächlich passieren würde, steht in den Sternen. Am besten fragt man Max Otte oder Dirk Müller, denn die wissen es sicher. Spaß beiseite.

Eine absolute monetäre Realsatire entdeckte ich gerade in einer Internetanzeige. „Tausche 25 Euro gegen 25 Euro“ hieß es dort. Etwas irritiert, ob ich den Eurozusammenbruch verpasst habe und bereits wieder Tauschhandel eingeführt wird, las ich weiter. Mensch, eine Münzerei (Name zum Schutz vor unvorsichtigen Anlegern geändert) bietet eine 25 Euro-Geldmünze aus purem Silber für 25 Euro an. Und der Clou dabei: Aufgrund eines Beschlusses des Bundesfinanzministeriums kommt erstmals eine offizielle Gedenkmünze mit einem Geldwert von 25,– Euro in den Umlauf. Ist das nicht toll? Ich wollte gleich eine Kerze in der Kirche für den armen Münzhändler anzünden, da dieser ja scheinbar nichts verdient. Aus der ganzen Internetanzeige ging leider nicht hervor, wie schwer diese 999/1000 pure Rarität ist. Aber es wurde betont, dass jeder Haushalt lediglich eine Münze bekommen würde. Verständlich, Raritäten sind schließlich beschränkt. Klingt irgendwie nach Vorstufe zum Schwarzmarkt. Aber bestellen konnte man auch gleich, ohne weitere Aufklärung!

Leider kann ich dann immer mein Sachverständigenherz nicht zurückhalten, und begann nachzuforschen. Auf der Seite des Münzhändlers war dann die Angabe des Gewichts zu finden – 18 Gramm wog das gute Stück. Ein Blick auf den aktuelle Silberkurs (am 06.05.2015, Anmerkung der Redaktion) ergab einen Wert pro Gramm von 0,47 Euro. Damit liegt die 25 Euro-Gedenkmünze bei einem Materialwert von 8,46 Euro, und dieser ist höher als bei anderen Münzen aus dem Strauß der gesetzlichen Zahlungsmittel. Ja, ich weiß auch, dass Edelmetallmünzen durchaus mit einem Aufschlag von 10 bis 30 Prozent zum reinen Materialpreis gehandelt werden. Aber über 200 Prozent Aufschlag? Da verdient irgendwer kräftig!

Auf den Punkt gebracht: Ein Materialwert von 8,46 Euro wird für 25 Euro verkauft, nur weil das Finanzministerium sagt, es ist ein gesetzliches Zahlungsmittel. Langsam ist es soweit, Bundesfinanzminister Schäuble zur Heiligsprechung bei Papst Franziskus anzumelden, wenn er solche Wunder wirkt. Die Münzerei hat, wie man hört, schon eine Anfrage von ZDF-History Chef Guido Knopp für eine Folge aus der Serie „Schäubles Helfer“. In jedem Fall ist diese Werbung waffenscheinpflichtig!

Zurück zur Realität:
Bei Edelmetallkäufern spielt meist der Gedanke an einen Finanzmarktzusammenbruch eine Rolle. Wenn dieser stattfinden sollte, ist das Geldwertversprechen von 25 Euro des Finanzministers Makulatur. Die Münze ist dann nur soviel wert wie der Materialwert, nämlich 8,46 Euro. Also wie schizophren muss man sein, um auf solch ein Bauernfängerangebot hereinzufallen? Und das Wichtigste: Wer verdient daran? Ich frage mal im Bundesfinanzministerium und bei Parlamentariern nach. Versprochen!

Mein Vorschlag zum Schluss:
Sollte nicht Handel mit Gold und Silbergedenkmünzen noch nachträglich in das Kleinanlegerschutzgesetz inklusiv Werbeverbot und Verbot zum Verleiten von Gedenkmünzhandel aufgenommen werden?