titel_br_1-2016Editorial von Herausgeber Edmund Pelikan zur aktuellen BeteiligungsReport-Ausgabe Januar / Februar/ März 2016

Landshut, 17.02.2016 – Blanker Wahnsinn regiert derzeit die Märkte und die gesamte Finanzwelt. Aber es gibt nur wenige, die dies sehen. Die Niedrig-, Null- oder Negativzinsen werden wir noch Jahre sehen, anders sind die öffentlichen Haushalte mit ihren Schuldenorgien nicht mehr zu finanzieren. Die Börsen brechen weg, fast 10 Prozent minus allein im Januar 2016. Die Regierung(en) will (wollen) Barzahlungen auf 5.000 Euro begrenzen oder Bargeld sogar ganz abschaffen. Bundesbankpräsident Weidmann widerspricht, aber keiner scheint ihm zuzuhören. Und Griechenland wird über kurz oder lang wieder aufpoppen. Die Flüchtlingsthematik bringt uns Deutschen Prestige und Zuspruch, macht aber die Kassen leer. 20 Milliarden Euro sollen es pro Jahr sein. Manchmal wäre doch erst denken und dann reden gut – auch für eine Kanzlerin. Eine kleines „aber“ hinter einer weltweit verbreiteten Einladung oder hinter einem „wir schaffen das“ wäre schon nicht schlecht gewesen.

Und obwohl die EZB mit dem Wundermann Mario Draghi die Geldschleusen aufgemacht hat, bewegt sich konjunkturell so gut wie nichts. Der kleine Denkfehler ist, dass Kundenbanken Kredite nur gegen Sicherheiten geben dürfen, und die vermehren sich nicht im gleichen Umfang. So spekulieren die Banken mit dem billigen Geld. Endkundenanleihen finanzierte Mittelständler geben auch nicht immer ein gutes Bild ab, wie das Beispiel German Pellets zeigt. Im Grunde sollten wir allen Politikern und Managern einmal eine Grundlagenschulung spendieren, wie Finanzströme und Finanzmärkte funktionieren. Dafür könnte ich meine Stiftung Finanzbildung empfehlen.

Am Vorabend der Sicherheitskonferenz war ich bei einem Vortrag des Aktionskreises für Wirtschaft, Politik und Wissenschaft e.V., wo Karl-Theodor zu Guttenberg sprach. Reden kann der Mann wirklich. Und er wirkte geläutert und ziemlich ehrlich. Er berichtete davon, dass er nach seinem Absturz zunächst sich mit verschiedenen Themen intensiver beschäftigt hatte – z.B. mit den weltweiten Finanzströmen. Wohlgemerkt, Jahre, nachdem er als Wirtschaftsminister amtierte. Aber er beschrieb anschaulich die Gründe dafür in einem auf Minutentakt geeichten Politikbetrieb, der immer nur den nächsten Tag im Auge hat. Kann ich nachvollziehen, aber genau dort liegt das Problem.

Die Politik braucht Feindbilder, und in der monetären Welt sind dies vermutlich die Sachwertinvestments. Ein Anleger kann durchaus im neuen Markt 90 Prozent des Kurswertes seines Investmentfonds verlieren, wenn aber die Preise im Immobilienmarkt in einem geschlossenen Fonds alter Prägung abstürzen, steht der Initiator per se unter Betrugsverdacht. Die aufkommenden Risiken im Markt der ETFs, der Mischfonds und der Rentenfonds werden derzeit quasi nicht gesehen oder sogar negiert. Das KAGB ist richtig und gut, die Umsetzung und die fehlenden Anlagealternativen zu Geldwerten zeigen aber, dass man in der Regulierung zu weit gegangen ist. All den Kritikern von geschlossenen Investmentvermögen sei zugerufen: Zeigt mir die Alternativen für Endkunden zu diesem Portfoliobaustein!

Zu all diesen Themen gibt es Berichte, Analysen, Kommentare und Geschichten im BeteiligungsReport des 1. Quartals 2016. Ab sofort ist der BeteiligungsReport online verfügbar unter den folgenden Links:

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