Landshut, 11.07.2017 – Zum fünften Mal wurde im Jahr 2017 der Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ der Landshuter Stiftung Finanzbildung in der bayerischen Oberstufe durchgeführt.

Hierbei konnten Schüler ihre Facharbeiten und Seminararbeiten zum Wettbewerb einreichen, wenn die Arbeiten die Fachgebiete Wirtschaft und Finanzen thematisierten. In diesem Jahr wurden fast 40 Facharbeiten eingereicht. An den Abiturfeiern der jeweiligen Preisträger wurden Ende Juni 2017 die Preisgelder der Stiftung Finanzbildung von den Fachlehrern oder Direktoren überreicht. Die Auszeichnung namens Klaus-Hildebrand-Preis ist einem Münchner Unternehmer gewidmet, der Zeit seines Lebens sich für den Austausch von Wirtschaft und Lehre eingesetzt hat. Der zweite Platz wurde an drei punktgleiche Wettbewerbsteilnehmer vergeben, und der dritte Platz wurde von zwei punktgleichen Schülern belegt. Somit wurden 2017 sechs Preisträger mit Preisgeldern bedacht.

Die Stiftung Finanzbildung freut sich, die Preisträger 2017 des Wettbewerbs „Jugend wirtschaftet!“ zum Klaus-Hildebrand-Preis im Folgenden kurz zu präsentieren:

 

Monja Steinigke, 1. Platz

1. Platz: Monja Steinigke, St.-Ursula-Schule Würzburg
Thema der Arbeit: Arbeitsteilung als Grundlage des nationalen Wohlstands

Die Jury: „Monja Steinigke hat in herausragender Weise den Widerspruch von Konsum internationaler Waren und die Ablehnung von freiem Handel aufgezeigt. In der Zeit eines Protektionisten wie Donald Trump als US-Präsidenten ist das Thema Arbeitsteilung aktueller denn je. Die Arbeit bleibt aber nicht an der Oberfläche, sondern stellt das Thema ausführlich in den Kontext einer arbeitsteiligen Wirtschaftswelt als Basis des Wohlstands.“

Aus der Arbeit:Du fährst ein japanisches Auto, trägst chinesische Schuhe, trinkst südafrikanischen Wein, nutzt ein amerikanisches Handy, isst am liebsten italienisches Essen, fährst zum Urlaub nach Mexiko… – und du bist gegen freien Handel?“

 

   2. Platz: Matthias Goppelt, Berufsoberschule Weißenburg
Thema der Arbeit: Die Freiwirtschaftslehre aus wirtschaftlicher Sicht

Die Jury: „Mainstream ist die Freiwirtschaftslehre nicht. Umso wichtiger ist es, sich weitere interessante wirtschaftswissenschaftliche Ansätze immer wieder zu vergegenwärtigen und sich damit auseinanderzusetzen. Dies hat Matthias Goppelt mit seiner interessanten Arbeit gemacht und Denkanstöße gegeben.“

Aus der Arbeit: „Das Arbeitserzeugnis ist das, was aus der Arbeit hervorgeht. Der Arbeitserlös ist das Geld, das der Verkauf des Arbeitserzeugnisses oder der Lohnvertrag einbringt. Der Arbeitsertrag ist das, was man mit dem Arbeitserlös kaufen und an den Ort des Verbrauchs schaffen kann. (Gesell)“

 

Felix Schaffer, 2. Platz

   2. Platz: Felix Schaffer, Städtisches Adolf-Weber-Gymnasium München
Thema der Arbeit: Sie sind reich, sie sind wenige – Soziale Marktwirtschaft auf dem Prüfstand                         

Die Jury: „Auch wenn die Jury die Inhalte der Arbeit als etwas zu ideologisch geprägt einordnet, hat Felix Schaffer sich engagiert, fundiert und vehement mit dem Thema Soziale Marktwirtschaft auseinandergesetzt. Es ist das Vorrecht der Jugend, sich dem Thema so zu nähern. Die Schlüsse der Arbeit und das Kapitalismus-Bashing teilt die Jury aber nicht.“

Aus der Arbeit:Eine Gesellschaft, in welcher wenige Personen den Großteil des Kapitals auf Kosten und Mühen der Mehrheit für sich beanspruchen, ist langfristig nicht zukunftsfähig. Denn wer sich ungerecht behandelt und nicht wertgeschätzt fühlt, wird aufgrund der Macht einer winzigen Elite resignieren oder rebellieren, jedoch sicher nicht seine eigenen wertvollen Potenziale in die Gesellschaft einbringen und somit seinen Teil für eine friedliche und lebenswerte Zukunft beitragen.“

 

   2. Platz: Daniel Grittner, Theresien-Gymnasium Ansbach
Thema der Arbeit: Digitalisierung des Zahlungsverkehrs       

Die Jury: „Big Data und Digitalisierung ist ein Megatrend in der Finanzwirtschaft. Diesen greift Daniel Grittner mit dem Fokus auf Zahlungssysteme souverän auf und steigt tief in die Welt der FinTech ein. Damit beschreibt er einen Baustein der künftigen Finanzwelt!“

Daniel Grittner (rechts), 2. Platz
Mert Kaya (links), 3. Platz

 Aus der Arbeit: „Die Sicht der Verbraucher auf die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs ist abhängig von dem jeweiligen Bereich des Zahlungsverkehrs. Während Online-Shopping, -Banking sowie –Auktionen sich großer Beliebtheit erfreuen, wird Mobile Payment in Deutschland auf Grund von fehlenden Gesetzen und Ordnungen aber auch durch Risiken und Gefahren eher kritisch betrachtet.“

 

   3. Platz: Mert Kaya, Theresien-Gymnasium Ansbach
Thema der Arbeit: Industrie 4.0 – Auswirkungen von Cyber-Physical Systems auf Geschäftsmodelle der Zukunft

Die Jury: „Industrie 4.0 ist das Zauberwort des Mittelstandes. Die Arbeit von Mert Kaya ist eine gelungene Einführung in dieses wichtige Thema und zeigt sehr schön Anwendungsbeispiele bei Cyber-Physical Systems.“

Aus der Arbeit: „Die physische und digitale Welt werden durch das Internet der Dinge entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander vernetzt, woraufhin intelligente Maschinen beziehungsweise Roboter und Mensch in Echtzeit kommunizieren können.“

 

   3. Platz: Maxine Wellhöfer, Gymnasium Neubiberg
Thema der Arbeit: Thema der Arbeit: Private Equity als Alternative zur klassischen Finanzierung

Die Jury: „Die Weiterentwicklung von Innovationen und Erfindungen benötigt vor allem eines: Kapital. Banken fallen dabei meist wegen der hohen Risiken als Geldgeber aus. Die Jury würdigt die grundlegende und gelungene Arbeit von Maxine Wellhöfer als einen wichtigen Beitrag, welcher die wichtige Finanzform Private Equity anschaulich erläutert und die Bedeutung aus verschiedenen Blickwinkeln herausgearbeitet hat.“

Aus der Arbeit: „Gut sind aus Sicht der Investoren in Private Equity solche, die eine gute Rendite erwirtschaften. Gut sind aus Sicht der Regierung und der Gewerkschaften vielleicht solche, die viel Geld in die Expansion des Unternehmens vor Ort und damit in das Wachstum der Arbeitsplätze investieren. Gut sind aus Sicht der Manager solche Private-Equity-Investoren, die Freiraum für unternehmerische Gestaltung lassen.“

Allen Wettbewerbsteilnehmern, insbesondere aber den Preisträgern, darf die Jury, die aus Hochschulpräsident a.D. Prof. Dr. Erwin Blum, Unternehmerin Karin Hildebrand, Versicherungsvorstand Dr. Stefan Kunowski, Big-Data-Experte Matthias Mauer, Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier, FNG-Vorstand Volker Weber sowie Stiftungsgeschäftsführer Edmund Pelikan besteht, ihre Anerkennung für die eingereichten Arbeiten aussprechen. Der Dank gilt ebenso den Lehrkräften, die die Schüler mit interessanten Seminaren inspirieren, an solch anspruchsvolle Wirtschaftsthemen heranführen und die Arbeiten nachhaltig betreuen.

Die Freude über die zahlreichen Wettbewerbsteilnehmer und die prämierten hervorragenden Arbeiten im Wettbewerb „Jugend wirtschaftet!“ verbindet die Stiftung Finanzbildung mit dem Appell, die Bedeutung von Wirtschaft als Schulfach zu unterstreichen, mehr praxisnahen Wirtschaftsunterricht in allen Schulformen und Jahrgangsstufen anzubieten, wie auch wirklichkeitsgetreuere Studieninhalte zu vermitteln.

„Wie man dieses Jahr wieder sieht, werden spannende, praxisrelevante, aber auch widersprüchliche Themen auf herausragende Weise von den Schülern aufgegriffen und bearbeitet“, so Juryvorsitzender Edmund Pelikan, „dies sollte Ansporn für Lehrer, Schulen und Lehrplanmacher sein, die Vermittlung über Wirtschaftsthemen frühzeitig anzustoßen und den Mut zu besitzen, diese durchaus kontrovers zu diskutieren.“