immobilienbrief_beteiligungsreport_deEditorial aus dem aktuellen Immobilienbrief von Werner Rohmert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sonntag vor 25 Jahren wurde die erste SMS verschickt. Diese Erfolgsidee bescherte der Telekom 2012 Erträge aus knapp 60 Mrd. SMS, die meine große Tochter und einige andere auf den Weg brachten. Über 300 Euro in einem Monat und mehr als 3.000 SMS meiner Tochter führten zu familiären Personalgesprächen. Meine kleine Tochter wurde durch WhatsApp davor geschützt. Und so schmolz das Konzept in 5 Jahren auf heute weniger als ein Fünftel und der deutsche BIP-Beitrag wanderte in die USA. Das macht nachdenklich. Im Background-Gespräch letzten Freitag machte Bert Rürup seine Zweifel an der Aussagekraft der 100 Jahre alten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) deutlich. Ich hatte Sie letztes Jahr auch darauf hingewiesen und kann die Frage nur wiederholen: „Wissen wir, die gelernten Volkswirte, denn eigentlich noch, was wir und die Politiker tun?“

Da sich die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Immobilienjournalisten, immpresseclub e. V., mit Nacharbeiten in das Wochenende zog, erscheinen wir erst heute (Seite 2). GdW-Präsident Axel Gedaschko und Thomas Zinnöcker relativierten Digitalisierungs-Perspektiven bei Wohnen. Start-Ups der Digital Na(t)ives machten diesmal tatsächlich positiv nachdenklich. Im Anschluss hatte ich noch den 63. „Monetären Workshop“, den Diethard Simmert und Markus Hofer organisierten. Banker diskutierten in der DZ Bank u.a. mit Jens Spahn, Gewerkschaftler Reiner Hoffmann, Martin Wansleben (DIHK), Minister Andreas Pinkwart, KfW-Volkswirt Jörg Zeuner, Bert Rürup und Jürgen Trittin die verschiedenen Perspektiven. Deutschland stehe vor ungeheuren langfristigen Herausforderungen, war der einheitliche Tenor. Lediglich im Moment werde die Konjunktur von allen volkswirtschaftlichen Aggregaten gemeinsam getragen. In den 20er Jahren würden wir kein beschäftigungsgetriebenes Wachstum mehr sehen.

US-Donald hat sein Billionen Weihnachtsgeschenk bekommen. Es ist jetzt leicht, in die übliche Kritik einzufallen. Lt. „Fachleuten“ soll die Steuerreform wohl 1 Billion (1.000.000.000.000) USD in 10 Jahren kosten. Davon sollen nur 1.000.000.000 USD, also lediglich 1 Promille, in seine privaten Kassen fließen. Das ist Bescheidenheit. Finanziert wird das Ganze über ungeheures Wachstum, das es sonst nicht gegeben hätte. Und das es vielleicht auch nicht gibt, da die US-Wirtschaft ausgelastet ist. Soweit der Schmunzel-Teil. Ich frage mich vorsichtshalber, wie ich urteilen würde, wenn Donald auftreten würde wie Obama: Die Steuerreform war längst überfällig. Im Wettbewerb der Standorte ist sie ein wichtiger Schritt. Es konnte nicht weitergehen wie bisher. Seit 2010 ist die USVerschuldung von 14 auf 20 Billionen USD gestiegen. In 10 Jahren steht da vielleicht eine „3“ vorne. Wen interessiert da 1 Billiönchen mehr? Seit über 20 Jahren hat es kein Wachstum mehr gegeben, das nicht vollständig kreditfinanziert war. Wir hatten es Ihnen letztes Jahr herausgearbeitet. Gewinne müssen ins Land zurückgeholt werden. Das geht über Anreize besser als durch Regulierung. Was wird denn die Alternative? Bisher finanziert die FED die Verschuldung. Damit wird es eng. Die Papiere sollen wieder auf den Markt. Jemand muss die Papiere kaufen. Wer ist bereit, die Papiere zu heutigen Zinsen in die Portfolios zu nehmen? Stellen Sie sich weiter vor, dass ein großer Gläubiger Papiere verkauft, und die Kurse purzeln. Das würde nicht zum ersten Mal eine Verkaufspanik auslösen. China macht’s möglich. Die Bombe tickt aber sowieso. Europa ist direkt betroffen. Im Finanzmarkt gibt es keine Festungen. Kapital ist wie Wasser. Das findet immer einen Weg. Stellen Sie sich vor, Angela hätte einen gut argumentierten Steuersenkungs-Zukunftsweg aufgezeigt. Wir würden jubeln. Vielleicht sehen Sie dann Trump anders.

Last but not least: Wir verzichten dieses Jahr auf Weihnachtsaktivitäten und werden 2018 eine Weihnachtsfeier der „The Young Strokers“, jungen Menschen, die im Mutterleib oder als Kinder bzw. Jugendliche einen Schlaganfall erlitten haben, sponsern. Sofern Ihnen last minute noch ein Budget auf den Nägeln brennt oder das Jahr noch besser abgeschnitten hat, als sowieso schon zu erwarten war, denken Sie doch einmal an die Gütersloher Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, IBAN: DE80 4785 0065 0000 0000 50 und schreiben sich vorsichtshalber auch einmal die Telefon-Nr. auf.

Werner Rohmert, Herausgeber

Den aktuellen Immobilienbrief der Research Medien AG finden Sie hier:

Der Immobilienbrief Nr. 413 vom 04.12.2017

2017 erschienene Magazine der Research Medien AG finden Sie hier:

Der Immobilienbrief Nr. 412 vom 17.11.2017

Der Immobilienbrief Nr. 411 vom 03.11.2017

Der Immobilienbrief Nr. 410 vom 20.10.2017

Der Immobilienbrief Expo-Real-Spezial Nr. 409

Der Immobilienbrief Nr. 408 vom 22.09.2017

Der Immobilienbrief Nr. 407 vom 08.09.2017

Der Immobilienbrief Nr. 406 vom 25.08.2017

Der Immobilienbrief Nr. 405 vom 11.08.2017

DerImmobilienbrief Nr. 404 vom 28.07.2017

Der-Immobilienbrief Nr. 403 vom 14.07.2017

Der Immobilienbrief Nr. 402 vom 05.07.2017

Der Immobilienbrief Nr. 401 vom 14.06.2017

Der Immobilienbrief Nr. 400 vom 02.06.2017

Der Immobilienbrief Nr. 399 vom 19.05.2017

Der Immobilienbrief Nr. 398 vom 05.05.2017

Der Immobilienbrief Nr. 397 vom 21.04.2017

Der Immobilienbrief Nr. 396 vom 07.04.2017

Der Immobilienbrief Nr. 395 vom 24.03.2017

Der Immobilienbrief Nr. 394 vom 10.03.2017

Der Immobilienbrief Nr. 393 vom 10.02.2017

Der Immobilienbrief Nr. 391 vom 27.01.2017

Der Immobilienbrief Nr. 390 vom 13.01.2017