Editorial aus dem aktuellen Fondsbrief von Markus Gotzi

Meiner Meinung nach…

Die P&R-Pleite mutiert zum größten Anlegerskandal Deutschlands. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen frühere und aktuellen Geschäftsführer des Unternehmens. Sie hat dazu eigens eine Arbeitsgruppe „Container“ gegründet, um die Hintergründe zu beleuchten. Doch das dürfte den mehr als 50.000 betroffenen Anlegern wenig bringen. Sie werden zwei Milliarden Euro verlieren, und vielleicht ist das noch nicht mal alles. Auf jeden Fall ist der Schaden deutlich höher als bei Prokon, Wölbern, S&K oder irgend einem Verlustgeschäft der Vergangenheit.

Die eingesetzten Insolvenzverwalter haben herausgefunden, dass es rund eine Million der an die Kunden verkauften Container überhaupt nicht gab. In den Büchern sind sie zumindest nicht zu finden. Die Prüfer haben ebenfalls ermittelt, dass die Lücke über Jahre immer größer wurde. So sollen bereits 2010 rund 600.000 Container gefehlt haben.

P&R war seit mehr als 40 Jahren im Geschäft und hat in dieser Zeit Milliarden eingesammelt mit dem Verkauf und der Vermietung von Containern. Die Zahl der Mehrfach-Zeichner war groß, das Vertrauen in das Management ebenfalls. Ein Fehler, wie sich erneut zeigt. Geht es um Geld, kann die Kontrolle gar nicht hoch genug sein. Und ob die BaFin einen guten Job gemacht hat – auch darüber lässt sich diskutieren. Erste Anlegeranwälte prüfen eine Klage gegen die Behörde.

In eigener Sache: In der vergangenen Ausgabe hat der Fondsbrief fälschlicherweise berichtet, Dr. Peters habe einen Airbus A380 nach Auslauf des ersten Vertrages anderweitig verleast. Dabei hat die Redaktion einer Meldung vertraut, die offenbar nicht ganz sauber verfasst war. Der Flieger gehört einem Flugzeugfonds von Doric, und das Unternehmen will sich offiziell nicht dazu äußern.

Viel Spaß beim Lesen!

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