immobilienbrief_beteiligungsreport_deEditorial aus dem aktuellen Immobilienbrief von Werner Rohmert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Stimmung kippt. Dabei ist, solange es den Euro gibt, das Einzige, das die deutsche Wirtschaft zu fürchten hat, der Euro (-Flopp). Innerhalb eines Euro sind die Wettbewerbsvorteile Deutschlands groß – und ich fürchte, die Schere öffnet sich immer weiter. Das trägt den Endzeit-Kern in sich. Gleichzeitig ist das Gesprächsstimmungsbild paradox. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Branche eine Konjunkturwende/-delle/-krise so herbeigeredet hätte wie heute. Der Boom lähmt. Es könne doch nicht so weitergehen, ist der Tenor. Wenn jetzt noch Merkel auf die EZB-Draghi-Nachfolge durch Weidmann zugunsten der Positionierung einer weiteren Europa-Marionette verzichtet, lauf ich zum „Aufstehen“ der „schönen Sahra“ über. Lieber linke Markwirtschaft als schleichende Planwirtschaft und Enterbung. Ansonsten ging diese Woche ja die Regierungsshow zur Wohnraum-Politik mit Zuckerbrot und Peitsche, Sonder-AfA und Mietrechtsverschärfung, weiter.

Gestern auf der „Immobilienkonferenz Ruhr“ als Spiegel eines rasanten Wandels des Ruhrgebietes hin zu einem international interessanten Investmentstandort, haben wir am Rande aus Bankensicht über einen möglichen innerdeutschen Auslöser einer Konsolidierung gesprochen. Zinsen seien kein Risiko. Eine große Bauträgerpleite könnte eine Banken-Attentismus-Welle auslösen. Baukostensteigerungen oder Terminbrüche könnten GÜ-Pleiten auslösen. Das könnte auch erfolgsgewöhnte Wohnungsunternehmer treffen. Wenn dann Vermarktungsberuhigungen hinzukommen, stimmen viele Crowd-Planungen nicht mehr. Das System der Nachrangdarlehen würde insgesamt seine Schwächen offenlegen. Bewertungen müssten angepasst werden. Banken wären zum Handeln gezwungen, auch wenn nichts Substantielles passiert. Der „Non Recourse“ Adler, der die Immobilie beflügelte, fährt dann wieder seine Krallen aus. Und, liebes Ruhrgebiet, denk daran, die Welle hebt erst einmal alle Surfer, wer am längsten oben bleibt, gewinnt.

Apropos „Immobilienkonferenz Ruhr“: Die „Immobilienköpfe des Ruhrgebietes“ wurden gekürt. Bei den Damen wurde Dr. Gudrun Escher, die Chefredakteurin unseres „Der Immobilienbrief Ruhr“ mit dem Preis geehrt. Das freut mich natürlich besonders, da „Der Immobilienbrief Ruhr“ eher ein nicht rationales Kind unseres Verlages ist. Liebe Gudrun, Herzlichen Glückwunsch und unseren Dank für Deine Arbeit! Preisträger der Herren ist Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des EBZ Europäisches Bildungszentrum, der größten deutschen immobilienwirtschaftliche Bildungseinrichtung in Bochum – was mich als Hochschulrat der EBZ natürlich noch einmal besonders freut. Lieber Klaus Leuchtmann, Herzlichen Glückwunsch! Sie hatten ja auch ein gutes Jahr.

Wir „fake news“-Journalisten müssen unserem US-Donald dankbar sein. Er twittert uns wieder ins Gespräch. Als „Informationsmonopolisten“ und „Informationssteuerer“ sind wir tot. Als „Spiegel der öffentlichen Meinung“ nahm uns keiner mehr war. Die Bildungsbürger alten Stils monieren den Verfall der politischen Diskussionskultur. Aber, liebe Leser, Trump ist das Ergebnis des Wandels, nicht der Auslöser. Der Auslöser sind nämlich WIR, die wir Ihnen anscheinend nicht mehr das liefern, was Sie lesen wollen, wenn Sie noch lesen können.

Deshalb sind Sie uns weggelaufen. Und Ihr Marketing-Budget haben Sie mitgenommen – das ist natürlich noch lästiger. Die „Trumps“ dieser Welt sind Ihnen dankbar. Unser Lieblingsstatistiker hat einmal die Entwicklungen im Zeitungsbereich in USA und Deutschland zusammengefasst (Seite 20). Auflagen halbiert, Journalisten wandern ab, Umsätze im Sinkflug und Verleger-Dämlichkeit agiert prozyklisch durch Preiserhöhung, sind die Botschaften. Wir haben natürlich sofort ein Gutachten in Auftrag gegeben, ob wir unsere kostenlosen Abos im Preis verdoppeln sollen. „Bringt nichts“ rechneten die Gutachter vor. Also setzen wir auf Kontinuität. Unsere Anzeigen- und Partnerschaftspreise sind wegen der damals für mich intellektuell einfacheren 1:2 Umrechnung von DM auf Euro heute niedriger als 2001! Vielleicht können Sie ja einmal nachdenken, ob Sie nicht bei unserer EXPO-Ausgabe mit einer ehrlichen Werbebotschaft mitmachen wollen, statt uns über Ihre teuren PR-Berater versteckte Werbebotschaften und Terminideen als reine ABM-Maßnahmen anzudienen.

Werner Rohmert, Herausgeber

Den aktuellen Immobilienbrief der Research Medien AG finden Sie hier:

Der Immobilienbrief Nr. 432

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Der Immobilienbrief Nr. 431

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