FRANKFURT, 04. Oktober 2018 (Marktnews): Auch ein Minus von 22% im Vergleich zum Allzeithoch des Vorjahres kann nicht darüber hinwegtäuschen: die Logistikimmobilie als Anlageklasse ist fester Bestandteil im Portfolio der Investoren. Eindrucksvoll zeigt dies das Transaktionsvolumen von 4,91 Mrd. Euro im laufenden Jahr. Es ist nach 2017 das zweithöchste Ergebnis aller Zeiten in einem Dreivierteljahr und übertrifft damit bereits drei Monate vor Jahresende die starken Jahresvolumina in 2015 und 2016.

Dass die Logistikimmobilie schon längst ihr Nischendasein verlassen hat, belegen die Vergleiche mit dem Zehn- und Fünfjahresschnitt (jeweils Q1 bis Q3): Während gegenüber dem ersten Zeitfenster noch ein Plus von 130 % zu Buche schlägt, sind es gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 nur 52 %. Der Anteil von Logistik am gesamten gewerblichen Transaktionsvolumen hat in den genannten Zeiträumen von 7 % auf derzeit 12% zugelegt.

Großen Anteil am Resultat hat das dritte Quartal, das sich mit über 2 Mrd. Euro deutlich über den beiden Vorquartalen bewegt und im Langfristvergleich nur vom zweiten und vierten Quartal 2017 übertroffen wurde. Allein fünf Transaktionen jenseits der 100 Mio. Euro sind in den Monaten Juli bis Ende September abgeschlossen worden. „Dass enorm viel passiert und auch immer wieder große Transaktionen realisiert werden, dokumentieren die Anzahl der Transaktionen in den neun Monaten insgesamt und die Aktivitäten im dreistelligen Millionenbereich“, so Willi Weis, Head of Industrial Investment JLL Germany. Bei einem Plus von 11 % auf 160 Transaktionen insgesamt im Dreivierteljahr 2018 fallen neun Transaktionen in die Kategorie größer 100 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es fünf, aber mit der Logicor und Hansteen Transaktion wechselten zwei außergewöhnlich große Portfolien den Eigentümer mit entsprechender Auswirkung auf die Transaktionsstatistik: 2017 machten im Dreivierteljahr allein die Top 5-Abschlüsse 63% des gesamten Transaktionsvolumens aus, 2018 39 % – bis auf eine alle im Core-Segment – und unter Beteiligung ausländischer Investoren. Diese prägen auch insgesamt den Logistikinvestmentmarkt in Deutschland. Ihr Anteil macht 71 % aus. Das ist deutlich überdurchschnittlich; über alle gewerblichen Nutzungsarten hinweg liegt der Anteil der ausländischen Investoren bei lediglich 45%.

„Auch wenn die ‚BIGS‘ natürlich der Treiber für die Zahlen unterm Strich sind, sollte nicht vergessen werden, wer den wichtigen Unterbau für den Erfolg der Assetklasse stellt. Es sind die kleineren und mittleren Transaktionen, Portfolien und Objekte bis zu einer Größe von jeweils 15 Mio. Euro“, so Weis. Solche Käufe im so genannten MidCap-Segment erreichten von Januar bis Ende September mit ca. 110 Transaktionen ein Volumen von über 630 Mio. Euro. „Dieses Segment erweist sich schon immer als ein sehr dynamisches, das beispielsweise gegenüber dem Fünfjahresschnitt deutlich zugelegt hat (468 Mio. Euro bei 85 Transaktionen). Und: „Man darf nicht unterschätzen, dass solche Transaktionen in weniger positiven Marktlagen weitgehend stabil sind“, betont Weis.

„Aufgrund der starken Nachfrage insgesamt, fortgeschrittenen Verhandlungen auch großer Portfolien, könnte für 2018 am Ende ein Transaktionsvolumen bis zu 7 Mrd. Euro bilanziert werden“, prognostiziert Weis. Die Spitzenrendite dürfte dann die 4,0% erreicht haben (Q 3 2018: 4,1%), rückläufig von 4,70 % vor einem Jahr.

Quelle: JLL