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Landshut, 09.10.2018 – Der US-Präsident hat bereits im Wahlkampf den Krieg gegen die Medien begonnen und den Begriff Fake-News allgegenwärtig werden lassen. Ergänzt um den Begriff „Alternative Fakten“ wird heute alles bezweifelt, was irgendwo geschrieben steht. Nur natürlich nicht vom Lügenkönig Trump selbst – zumindest aber von seinen Fans.

Heute möchte ich anhand von zwei Beispielen in unserer Jubiläumsausgabe beschreiben, dass Falschmeldungen systemimmanent sind, also zur Welt der Medien und aller Veröffentlichungen dazugehören. Sie glauben es nicht?

Milliardärslisten sind immer falsch

Sie sind vielleicht einer derjenigen, die einmal jährlich das Manager Magazin in Deutschland kaufen, um die 500 reichsten Bundesbürger zu kennen. Weltweit machen eben diese Listen die Medien, Bloomberg und zahlreiche weitere. Eines haben all diese Listen gemeinsam: Sie sind definitiv falsch. Haben Sie, liebe Leser, sich nicht schon einmal gefragt, woher diese Daten kommen? Glauben Sie, dass Bill Gates vor Druckschluss beim Forbes Magazine anruft und berichtet, ich habe heute meine Vermögensaufstellung gerade fertig gemacht und besitze genau X Milliarden US-Dollar? Und all die anderen 500 Milliardäre tun dies auch? Oder der Vermögensverwalter, besser noch der Finanzbeamte bietet dies der Zeitung als Service an.

Natürlich geschieht dies alles nicht. Die Medien oder Marktbeobachter rechnen die öffentlich bekannten Vermögenswerte aus publizitätspflichtigen Aktienkonzernen und Immobilien hoch und schätzen dann noch, was da noch so sein könnte. So entstehen diese Listen. Zahlreiche Millionäre und Milliardäre treten aber nie in der Öffentlichkeit auf und fliegen unter dem Radar. Erst kürzlich bekannt gewordenes Beispiel sind die Eltern von Amazon-Chef Jeff Bezos, angeblich derzeit reichster Mensch der Welt. Einer Recherche einer amerikanischen Zeitung zufolge unterstützten Mike und Jackie Bezos ihren Sohn in der Frühphase des Unternehmens mit rund 250.000 US-Dollar. Heute, so die Hochrechnung, dürften Bezos Eltern damit rund 3,4 Prozent der Amazon-Aktien kontrollieren, die einen Gegenwert von etwa 30 Milliarden US-Dollar darstellen. Damit wären sie in der Bloomberg-Liste etwa an Rang 30, noch vor dem Microsoft-Mitgründer Paul Allen. Ein anderes Beispiel ist der monetäre Status von Kreml-Chef Wladimir Putin. Auch er taucht in keiner dieser Listen auf. Was ihm neben dem Amtssalär tatsächlich zufließt, ist gänzlich unbekannt, wahrscheinlich ein Staatsgeheimnis. Aber auch Personen oder Familien, die autokratisch oder diktatorisch über Staaten herrschen oder Industrieimperien geerbt haben – wie etwa die saudische Dynastie der „Saud“ – werden sicherlich Vermögen jenseits der 150 Milliarden US-Dollar eines Jeff Bezos ihr Eigen nennen.

Karten lügen nicht – oder doch!

Ein anderes Beispiel ist anhand der Insel „Sandy Island“ erzählt. Jeder Homepage-Ersteller, der auch Kartenmaterial für Geodatenvisualisierung verwenden will, weiß um den monetären Wert von Landkarten. Was aber, wenn diese nicht stimmen? Bekannt geworden ist dies wieder einmal mit dem vermeintlichen Südseeeiland namens „Sandy Island“ auf halber Strecke zwischen Australien und dem französischen Überseegebiet von Neukaledonien. Angeblich seit 1876 in Karten fortgetragen und immer wieder bis in die Moderne in Google kopiert, ist man sich heute sicher, dass es diese Insel nie gab.  Entdeckt wurde der Fehler von der Forscherin Maria Seton von der Universität Sydney, die an der besagten vermeintlichen Stelle der Inselposition Wassertiefen von bis zu 1.400 Metern feststellte. Die Folge daraus: Dort war nie eine Insel.

Seither werden Gründe für die Phantominsel gesucht. Diese reichen von einer alten Form von Kopierschutz bis hin zu Verschwörungstheorien. Sicher ist, dass es sich nicht um den einzigen bekannten Kartenfehler handelt. Auch im zweiten Weltkrieg wurde Kartenmaterial gefälscht, um dem jeweiligen Gegner das Vorrücken auf dem eigenen Gebiet zu erschweren.

Fazit

Falschmeldungen waren, sind und werden immer Teil der Nachrichtenwelt, der Wirtschaft und der Politik sein, ob aus Liederlichkeit, Unwissenheit oder zur gezielten Desinformation.  Sie sind keine Erfindung von Donald Trump, dafür aber gerne von diesem gebraucht.

Autor: epk media