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Frankfurt, 09. Oktober 2018 – Investments in deutsche Hotelimmobilien summierten sich in den ersten drei Quartalen 2018 auf insgesamt 2,82 Mrd. Euro, realisiert mit 75 Transaktionen. 63% des Volumens entfielen auf deutsche Anleger. Käufer aus Großbritannien und Frankreich waren die aktivsten ausländischen Investoren. Bei 11 Transaktionen investierten sie insgesamt 470 Mio. Euro. Über die Hälfte des Transaktionsvolumens ging auf das Konto institutioneller Investoren. Hotelbetreiber, Immobilienfirmen/Entwickler, Private Equity / REITs und Privatpersonen kamen zusammen auf rund 1,1 Mrd. Euro.

Das Dreivierteljahresergebnis entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem leichten Rückgang von 8%, bleibt jedoch 12% bzw. 85% über dem Fünf- und Zehnjahresdurchschnitt. Die Top 5 – Transaktionen, allesamt im dreistelligen Millionenbereich, machten knapp 950 Mio. Euro aus, entsprechend einem Drittel des Gesamtvolumens.

„Das Interesse an Hotelimmobilien ist ungebrochen hoch. Geprägt wird die aktuelle Investmentaktivität durch einen stark diversifizierten Käuferkreis, sowohl in Bezug auf die Herkunft also auch den Investorentyp. Die weiterhin lockere Geldpolitik, stetig steigende Übernachtungszahlen in den meisten Großstädten sowie die anhaltend guten Leistungsergebnisse vieler Hotels unterstützen die Nachfrage“, so Stefan Giesemann, Executive Vice President der JLL Hotels & Hospitality Group. Giesemann weiter: „In Anbetracht der in der Regel sehr aktiven letzten drei Monate mit Realisierung zahlreicher, derzeit noch in der Verhandlungsphase befindlichen Transaktionen, wird der Fünfjahresschnitt von 3,6 Mrd. Euro deutlich übertroffen werden. Ob am Schluss auch ein Ergebnis jenseits der 4 Mrd. – Marke bilanziert werden kann, hängt davon ab, wieviel von dieser Transaktionspipeline tatsächlich erfolgreich bis 31. Dezember abgearbeitet sein wird.“

Zwischen Januar und Ende September wurden insgesamt 65 Hotel-Einzeltransaktionen in einer Größenordnung von insgesamt ca. 2,2 Mrd. Euro abgeschlossen. Damit lag das Volumen 20% höher als im Vorjahr (Q1- 3 2017: 1,8 Mrd. Euro mit 61 Transaktionen). Auf 34 Mio. Euro leicht zugelegt hat dabei die durchschnittliche Transaktionsgröße.

Zu den größten Einzeltransaktionen im dritten Quartal zählten:

– Der Verkauf des Renaissance Hamburg (205 Zimmer) als Teil des Hanseviertel an CBRE Global Investors. Der Verkäufer Allianz Real Estate wurde von JLL beraten.
– Der Ankauf von 260 Serviced Apartments unter der Marke Myhome in München-Moosach durch Corestate. Das Gebäude verfügt über 8.300 m² Mietfläche inklusive Gemeinschaftsräumen und einem Fitnessstudio sowie einem 1.800 m² großen Schulungs- und Konferenzzentrum. Verkauft wurde das Objekt von Deutsche Real Estate Funds.
– Die Veräußerung der 218 Zimmer Ruby Hotelentwicklung als Teil der mischgenutzten Immobilie Junghof Plaza an die Patrizia Tochter Triuva. Der Forward Deal mit einem Gesamtvolumen von 400 Mio. Euro erzielte einen Kaufpreisfaktor von knapp 30. Verkäufer ist ein Joint Venture aus einem von PGIM Real Estate verwalteten Fonds und der FGI Frankfurter Gewerbeimmobilien.
– Der Verkauf des im Bau befindlichen niu Air-Hotel in Frankfurt mit 344 Zimmern an die in Dubai ansässige Select Group. Es war für die Gruppe der erste Hotelankauf in Deutschland. Verkäufer war der Projektentwickler GBI.
– Die Veräußerung der Projektenwicklung Urban Loft von der Althoff Gruppe an Patrizia. Althoff bleibt Betreiber mit einem langfristigen Pachtvertrag. Das 3-Sterne Haus mit 212 Zimmer entsteht zurzeit auf dem Grundstück der ehemaligen Gaffel-Brauerei am Kölner Hauptbahnhof und profitiert von seiner unmittelbaren Nähe zur Altstadt. JLL war beratend auf Verkäuferseite tätig.

Im Portfolio-Segment wechselten im Dreivierteljahreszeitraum 10 Hotels in einer Größenordnung von zusammen 644 Mio. Euro die Eigentümer (Q1-3 2017: 13, für 1,3 Mrd. Euro). Der mit 50 % sehr deutliche Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Besonderen auf das Ausbleiben einer großvolumigen Portfolio-Transaktion zurückzuführen: Vor einem Jahr wechselte mit fast einer halben Milliarde Euro das Interconti Portfolio (mit 11 Hotels allein in Deutschland) den Eigentümer und pushte so das Gesamtergebnis. Solche Größenordnungen sind bis dato in 2018 nicht zu notieren. In den oberen zweistelligen Millionenbereich fällt die Veräußerung von drei Ibis Hotels in München an BNP Paribas REIM. Zwei dieser Hotels wurden für den offenen französischen Immobilienfonds OPCI BNP Paribas Diversipierre erworben und eines für den Fonds SCPI Opus Real. Im Rahmen der Transaktion wurden die Mietverträge um 20 Jahre verlängert. Ein weiteres Beispiel ist der Kauf eines Portfolios bestehend aus vier Hotel-Projektentwicklungen (insgesamt 675 Zimmer) durch Union Investment. Verkäufer des Pakets aus „Super 8 Hotels“ in Dresden und Oberhausen sowie zwei „Longstay-Häuser“ in Eschborn (Hyatt House) und Freiburg im Breisgau (Adagio Access) ist Benchmark.

Quelle: JLL (Pressemitteilung vom 09.10.2018)