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München, 9. Oktober 2019 – Erstmals fiel die Expo Real mitten in den Jahresendspurt. Üblicherweise gibt die Messe den Startschuss für die heißeste Marktphase des Jahres. Doch diesmal war der Kapitaldruck in Deutschland so groß, dass der Markt bereits im dritten Quartal rasant Fahrt aufgenommen hat. Dabei kommt verstärkend hinzu, dass das Jahr extrem verhalten begonnen hatte, es zugleich aber durch die fortgesetzte Niedrigzinsphase immer noch kaum Anlagealternativen zu Immobilien gibt. Die Konsequenz: Direkt vor der Messe schloss das Quartal mit einem Q3-Rekordergebnis von 25 Mrd. Euro – das zweitbeste Quartalsergebnis aller Zeiten. Auf der Expo Real sorgte das in den vergangenen drei Tagen für eine Mischung aus Optimismus und Realismus: „Ja, das Jahr wird dynamisch bleiben und gut enden, aber voraussichtlich nicht das Tempo von Q3 beibehalten und deshalb wohl mit einem Gesamttransaktionsvolumen von rund 75 Mrd. Euro unter dem Vorjahresrekord schließen“, so der Tenor.

Ebenso selbstbewusst stimmte viele Akteure, dass der Anteil deutscher Investoren am Transaktionsvolumen deutlich höher als im Vorjahr war. Die Anleger waren da, als es darauf ankam. Das Timing stimmt, auch und vor allem bei großvolumigen Transaktionen.

Verabschiedet sich der Markt also vom üblichen Investitionszyklus? Erleidet der Jahresendspurt das gleiche Schicksal wie der Winterschlussverkauf und wird terminlich beliebig? Das glaube ich persönlich nicht und auch die Gespräche auf der Expo deuten darauf hin, dass sich der Markt auch unter dem aktuell extrem hohen Kapitaldruck nicht verschiebt, sondern im kommenden Jahr wieder in sein gewohntes Zeitschema einfügen wird. Aber fest steht auch: Wer profitieren will, muss das ganze Jahr über wachsam sein und seine Chance suchen – wenn nicht gar forcieren.

Natürlich klangen auch die erwarteten Themen Brexit, Handelskriege, Mietendeckel und die Turbulenzen bei FlexSpace an, doch merkt man ganz klar, dass die Branche diese Themen ohnehin das ganze Jahr diskutiert, es jenseits der Expo Real Foren gibt, so dass es auf der Messe die Chance auf mehr Vielfalt in den Themen gibt. Freiraum, den beispielsweise die PropTechs nutzen und sich in der zusätzlichen Halle „Nova³“ zeigen. Die Zukunft ist digital, die Hausaufgaben real. Denn auch das eine Erkenntnis der Expo Real 2019: Wer vom digitalen Fortschritt profitieren will, muss seine Datenqualität auf Vordermann bringen. Das nimmt keine App ab – zumindest noch nicht.

Quell: JLL (Presemitteilung vom 09.10.2019)