Frankfurt, 19.11.19– Offene Immobilienpublikumsfonds verzeichnen 2019 vor allem durch die große Renditedifferenz zu deutschen Staatsanleihen Rekordzuflüsse. Mit 3,8 Prozentpunkten ist sie auf einem sehr hohen Niveau.

Im Vergleich der durchschnittlichen Rendite von 14 offenen Immobilienfonds mit der Performance deutscher Staatsanleihen über die letzten 15 Jahre fiel auf, dass zu jedem Zeitpunkt eine positive Differenz zugunsten offener Immobilienpublikumsfonds bestand.
Es lässt sich klar erkennen, dass die Renditedifferenz seit dem Jahr 2013 stetig angestiegen ist. Hierfür werden folgende Gründe genannt: Zum einen sind die Renditen deutscher Staatsanleihen stetig gesunken und rentieren seit 2015 sogar im negativen Bereich. Außerdem wird aufgeführt, dass sich die Renditen der offenen Immobilienfonds – vor allem getrieben durch Wertzuwächse der Bestandsimmobilien – sukzessive erhöht haben. Ende September 2019 befindet sich die Renditedifferenz mit 3,8 Prozentpunkten nahezu auf dem höchsten Wert der vergangenen 15 Jahre.

Renditedifferenz und Mittelzuflüsse hoch korreliert

Die Frage ist nun, ob sich die hohen Mittelzuflüsse mit der Höhe der Überrendite offener Immobilienfonds erklären lassen. Ergebnis: Es besteht eine eindeutige Wechselbeziehung zwischen der Renditedifferenz zur Staatsanleihe und den jährlich zufließenden Mitteln. Die Überrendite der offenen Immobilienfonds ist zwar nicht die einzige, scheinbar aber eine gewichtige Determinante für die Höhe der Mittelzuflüsse. Zudem ist sichtbar, dass die zugeflossenen Mittel in den vergangenen Jahren noch höher ausgefallen wären, wenn nicht zahlreiche Fonds die Annahme von Anlegergeldern reglementiert hätten.


Ausblick: Renditedifferenz stabil bis leicht rückläufig

Scope geht daher nicht von einem steigenden Zinsniveau aus. Die Renditen deutscher Staatsanleihen werden aller Voraussicht nach weiter im negativen Bereich verbleiben.
Auch das Renditeniveau offener Immobilienfonds wird sich nicht überraschend plötzlich verändern. Scope erwartet vielmehr mittelfristig stabile bis leicht rückläufige Renditen für offene Immobilienfonds und nennt dafür folgende Gründe: Das Potenzial durch Wertzuschreibungen für Bestandsobjekte ist nahezu ausgeschöpft. Überdies werden neu angekaufte Objekte zu hohen Preisen und damit auf einem vergleichsweise niedrigen Renditeniveau angekauft.

Quelle: Scope Analysis GmbH (Mitteilung vom 19.11.19)