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Bamberg, 27.01.2020(OPM): Vergangenes Jahr erfuhr das Thema Nachhaltigkeit viel Aufwind. In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entbrannten Debatten, wie Deutschland sie zuvor noch nicht erlebte. Kaum jemand zweifelt an der Notwendigkeit eines Umdenkens beim Umweltschutz, auch nicht in der Finanzindustrie, wo die Weichen vielerorts längst gestellt wurden.

So auch beim auf Immobilienbeteiligungen und -entwicklungen spezialisierten PROJECT Unternehmensverbund. Im Moment gibt es jedoch noch keine EU-einheitlichen, verbindlichen und messbaren Standards für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG). Entsprechende Richtlinien sind für dieses Jahr angekündigt. Bis dahin sind pragmatische Ansätze gefragt, denn die Aufgabe ist komplex und wird die Kapitalanlage und somit auch die Immobilienwirtschaft grundlegend verändern.

Seit 2017 schreibt eine EU-Richtlinie für alle Unternehmen ab einer Größe von 500 Mitarbeitern vor, Nachhaltigkeitskriterien einfließen zu lassen. Auch Unternehmen der Finanzindustrie, die ESG-konforme Anlageprodukte anbieten wollen, müssen spezifische Kriterien erfüllen. Institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke sind verpflichtet, zu berichten, wie sie Nachhaltigkeitskriterien auch in ihrer Kapitalanlage berücksichtigen. Für den Kapitalanlage- und Immobilienspezialisten PROJECT hat das nachhaltige Investieren längst Priorität. Die im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des PROJECT Unternehmensverbunds enthaltenen ESG-Grundsätze werden bereits gelebt bzw. Zug um Zug in der Praxis verwirklicht.

Viele kleine Schritte – große Wirkung

Auf Unternehmensebene bedeutet dies bei PROJECT Investment und PROJECT Immobilien beispielsweise einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen – das gilt für eine in Zukunft papierlose und vollständig digitale Verwaltung wie für das Management, das zum Beispiel aufgrund des neuen Videokonferenzraums oftmals auf Businessflüge und Dienstreisen verzichten kann. Unternehmensgebäude wie Fuhrpark sollen möglichst emissionsarm bzw. energieeffizient ausgestattet sein. Die Mitarbeiter als wichtigstes Kapital des Unternehmens dürfen Chancengleichheit, bestmöglichen Gesundheitsschutz sowie eine faire Vergütungsstruktur erwarten. Im Einzelnen sind dies kleine Schritte, die jedoch in ihrer konsequenten Umsetzung substanzielle Wirkung entfalten.

Gestiegene Anforderungen rund um das Wohnen

In ihrem Kerngeschäft sollen die von PROJECT entwickelten Immobilien – derzeit 131 Objekte mit einem Verkaufsvolumen von mehr als 3,3 Milliarden Euro – gleichfalls Nachhaltigkeitskriterien genügen. Alle Immobilien werden nach KfW55-Standard energieeffizient und emissionssparend möglichst mithilfe lokal ansässiger Bauunternehmen und Handwerksbetriebe gebaut. Moderne Wohnanlagen müssen heute aber auch über ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept verfügen. Dazu gehören Stationen für E-Mobilität, Fahrradstellplätze und eine optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Gleichzeitig sollen Wohnen und Wohneigentum bezahlbar bleiben und damit auch sozialen Ansprüchen genügen, was wegen der Wohnungsknappheit in den deutschen Metropolregionen besonders wichtig ist.

»Wir sind uns der existentiellen Bedeutung dieses Themas voll bewusst«, unterstreicht Ottmar Heinen, Vorstandsvorsitzender der PROJECT Beteiligungen AG. »Unsere Immobilienbeteiligungen stehen für einen langfristigen Wert. Je nachhaltiger dieser erwirtschaftet werden kann, desto besser für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Dazu gehören in Zukunft besonders innovative Konzepte, die zusätzliche Kostenersparnisse, eine noch bessere Wertbeständigkeit und damit sogar mehr Rendite für Investoren bringen können.«

Institutionelle Investoren fordern ESG-konforme Investments

Einer aktuellen BAI-Umfrage[1] unter institutionellen Investoren zufolge ist die Erfüllung von ESG-Kriterien bei rund 70 Prozent der Befragten bereits Teil der Anlagestrategie- und entscheidung. Nachhaltigkeitskriterien sind bei vielen schon fester Bestandteil des Auswahl- und Due Diligence-Prozesses, die anderen ziehen nach. Diese Großinvestoren müssen seit Januar dieses Jahres im Rahmen ihres Risikomanagements auch ESG-Risiken erfassen und bewerten. Daher sind die von PROJECT Investment angebotenen Anlagestrategien bei Investoren beliebt. Dazu gehören reine Projektentwicklungsfonds oder sogenannte »Develop and hold«-Konzepte, in deren Rahmen PROJECT für institutionelle Anleger Wohnobjekte baut, langfristig vermietet und hält. Hier geht es letztendlich um die Schaffung von Nachhaltigkeit im Wohnbau: Bezahlbares Wohnungseigentum bzw. langfristige Vermietbarkeit zu für Mieter erschwinglichen Preisen, niedrige Energiekosten (und damit hohe Energieeffizienz), Förderung digitaler und mobiler Wohnkonzepte mit Fahrradstellplätzen, E-Aufladestationen sowie ein familiengerechtes Wohnumfeld mit optimaler Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

BaFin kündigt ESG-Forcierung an

Institutionelle Investoren handeln nicht nur im Wissen darüber, dass die Vorschriften zur Nachhaltigkeit ihrer Investments bald schärfer werden. Es geht ihnen auch um die Art und Weise, wie Rendite erzielt wird sowie um das eigene Image – Aspekte, die sie vielfach bereits zum Umdenken bewogen haben. Je mehr Investoren nach ESG-Grundsätzen handeln, desto mehr wird auch das breite Publikum seine Sichtweise ändern. Zudem hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das ESG-Thema offiziell forciert. In den im Januar veröffentlichten Aufsichtsschwerpunkten 2020 wurde der ESG-Bereich fest verankert: »Im Jahr 2020 entwickelt die BaFin ein Konzept und eine Strategie, um das aufsichtliche Ambitionsniveau für das Management von Nachhaltigkeitsrisiken zu konkretisieren. Ab 2021 sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente der BaFin erfasst und adressiert werden. Zugleich agiert die BaFin als Beobachterin im Sustainable Finance-Beirat der Bundesregierung und unterstützt das Bundesfinanzministerium national und international auf dem Gebiet der nachhaltigen Finanzwirtschaft.«

Damit signalisiert die BaFin die grundlegende Bedeutung, die sie ESG-Kriterien beimisst. »Initiatoren sollten sich daher frühzeitig darauf einstellen und Vorbereitungen treffen, dass ESG-Kriterien bei ihren Finanzanlageprodukten bald schon ein substanzieller Gradmesser für den künftigen Platzierungserfolg sein dürften. Unser Haus bereitet sich bereits vorausschauend auf Anforderungen vor, die ESG-relevant sein werden oder können. Sobald der Gesetzgeber einen klaren ESG-Kriterienkatalog definiert hat, werden wir weitere konkrete Schritte einleiten, da wir diesen als künftiges Qualitätsmerkmal von Finanzanlagen verstehen«, resümiert Heinen.

[1] BAI Alternative Investor Survey 2019

Quelle: PROJECT Investment Gruppe