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Category Archives: Kritisch berichtet

Sonder-AfA & Mieterstrom: deutliche Verbesserungspotenziale

Berlin, 19.11.2018 (Marktnews): Heute findet im Finanzausschuss des Bundestags die Öffentliche Anhörung für den Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus der Bundesregierung statt. Diese Sonder-Afa soll fünf Prozent zusätzlich zur regulären linearen Abschreibung betragen und für einen Zeitraum von vier Jahren gewährt werden, rückwirkend zum 31.8.2018.

Zudem wird über einen Änderungsantrag der CDU/CSU und SPD zur Änderung der Steuerbefreiung für Wohnungsgenossenschaften und –vereine beim Betrieb von Mieterstromanlagen behandelt. Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßt, dass die Bundesregierung mit beiden Instrumenten bestehenden praktischen Problemen begegnen möchte, weist aber auf zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten hin. „Die Sonder-AfA ist ein wichtiges Zeichen für unsere Branche. Dennoch sehen wir mehrere Gründe, warum sie das gewünschte Ziel, nämlich die Wohnraumoffensive, nur schwer erreichen könnte“, erklärt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Anwendungszeitraum zu knapp bemessen

Darüber hinaus sei der Anwendungszeitraum vom 31. August 2018 bis zum 1. Januar 2022 zu knapp bemessen, wenn die Bauunternehmen für die mit der Sonderabschreibung bezweckten gesteigerten Bauaktivitäten mit einem dafür notwendigen Aufbau der personellen Kapazitäten reagieren sollen. „Sinnvoll wäre darüber hinaus eine Erweiterung des Gesetzentwurfes um die Baubeginnanzeige gewesen“, meint Mattner. „In der Praxis liegen für eine Vielzahl von Vorhaben aus unterschiedlichsten Gründen bereits Bauanträge beziehungsweise Baugenehmigungen vor. Insbesondere diese Fälle könnten zeitnah realisiert werden, wenn sie den geplanten steuerlichen Anreiz erhalten könnten.“

Höhe der Anschaffungs- und Herstellungskosten zu niedrig

Zudem ist die vorgesehene Deckelung der Anschaffungs- und Herstellungskosten bei 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche laut Einschätzung der Immobilienwirtschaft zu niedrig bemessen. Insbesondere mit Blick auf die künftig eher steigenden Bau- und Erwerbsnebenkosten erscheint die gewählte Höhe schwer einzuhalten. In diesem Zusammenhang darf nicht verkannt werden, dass zu den Anschaffungskosten neben dem eigentlichen Gebäudewert auch die Nebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten zählen. „Die steuerlichen Belastungen, hohen politischen Auflagen und langwierigen Prozesse haben das Bauen enorm verteuert“, sagt Mattner. Allein die Grunderwerbsteuer führt mit ihren derzeitigen Höchstsätzen von bis zu 6,5% zu einem immensen Anstieg der Anschaffungskosten. Da insgesamt die durchschnittliche Belastung mit Nebenkosten ungefähr bei 10 – 15% liegt, reduziert sich somit der eigentliche Kaufpreis auf ungefähr 2.600 Euro (inklusive Umsatzsteuer) pro Quadratmeter Wohnfläche, der zur Inanspruchnahme der Sonderabschreibung die Höchstgrenze darstellen würde. Studien aus dem Jahr 2016 belegen jedoch, dass in Metropolregionen bzw. städtischen Regionen die Baukosten im Median bei knapp über 2.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen.

De-minimis-Regelung verhindert Wohnraumoffensive

Die Einführung steht vermutlich im Lichte des Versuchs, eine ansonsten erforderliche beihilferechtliche Genehmigung durch die Europäische Kommission zu vermeiden und somit ein schnelles Inkrafttreten zu gewährleisten. Aus dem damit gewählten Weg folgt jedoch leider auch, dass das mögliche Investitionsvolumen beschränkt ist. Das liegt daran, dass der Steuervorteil aus der Sonderabschreibung in drei Veranlagungszeiträumen maximal 200.000 Euro betragen darf. Im Ergebnis kann ein Unternehmen, das die volle Höhe der Sonderabschreibung in Anspruch nehmen will, aufgrund der – wenn überhaupt einzuhaltenden – eher am oberen Ende verorteten Baukosten, nur ein eher kleines Projekt mit ungefähr 650 Quadratmetern Wohnfläche realisieren. „Es erscheint fraglich, dass die Förderung damit zur angestrebten Wohnraumoffensive führt“, sagt Mattner.

Steuerliche Anpassung bei Mieterstrom erweitern

In der heutigen Anhörung wird zudem über den Entwurf eines Änderungsantrages der Fraktionen der CDU/CSU und SPD zur Änderung der Steuerbefreiung für Wohnungsgenossenschaften und –vereine beim Betrieb von Mieterstromanlagen diskutiert. Laut Einschätzung des ZIA darf eine solche steuerliche Privilegierung von Mieterstrom nicht nur für Wohnungsgenossenschaften und -vereine gelten. Auch für andere Immobilienunternehmen – und auch alle Nutzungsklassen – müssen die steuerlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, wenn der Mieterstrom bei Immobilienunternehmen Anwendung finden soll. Das Anbieten von Mieterstrom muss insbesondere hinsichtlich der sogenannten erweiterten gewerbesteuerlichen Kürzung unschädlich sein. „Es ist wenig nachvollziehbar, wieso das Problem der steuerlichen Infektion durch den Betrieb von Mieterstromanlagen nur für einen sehr begrenzten Teil der Immobilienwirtschaft gelöst werden soll. Um den Anteil an Mieterstrom wirklich erhöhen zu wollen, sollte der Gesetzgeber alle Akteure unserer Branche damit ausstatten“, ergänzt Mattner.  

Die vollständige Stellungnahme des ZIA für die heutige Anhörung finden Sie hier: https://www.zia-deutschland.de/positionen/steuerliche-foerderung-des-mietwohnungsbaus-und-mieterstromfoerderung/

Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

 

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„Investoren flüchten aus Großbritannien wie die Minister aus dem Kabinett“

Frankfurt am Main, 15.11.2018 (Marktnews): Das Vertrauen der Investoren in britische Vermögenswerte schwindet aktuell genauso schnell wie sich Minister aus der Regierung von Premierministerin Theresa May verabschieden. 

Das Pfund verliert stark an Wert, die Renditen fallen und die Spreads auf britische Banken und Unternehmen werden immer größer. Nachdem zwei weitere Minister als Reaktion auf den Entwurf eines Abkommens zwischen den britischen und den EU-Verhandlungspartnern zurückgetreten sind, preist der Markt nun eine größere Wahrscheinlichkeit eines „No Deal“-Brexits ein. Zwar ist der Brexit ist in erster Linie ein Problem für das Vereinigte Königreich und in geringerem Maße auch für das übrige Europa, aber die politische Unruhe in Großbritannien bestärkt allgemein eine breitere Furcht über die weiteren globalen Wachstumsaussichten.

Würde Großbritannien ohne Abkommen und ohne Übergangsfristen aus der EU ausscheiden, könnte sich das Pfund in Richtung einer Parität zum Euro bewegen. Dadurch würde die Bank of England dazu gezwungen, ihren Anspruch auf eine künftige Zinserhöhung aufzugeben, was wiederum zu einer Neubewertung der wachstumssensiblen britischen Aktien und Unternehmensanleihen führen würde.

Meiner Meinung nach sind ein zweites Referendum oder Neuwahlen aber weitaus wahrscheinlicher als ein „No Deal“. Es ist aber genauso wahrscheinlich, dass Premierministerin Theresa May die Zustimmung des Parlaments für ihren Deal erringt. Es wird also eine Achterbahnfahrt für das Pfund Sterling, die ziemlich schiefgehen könnte.

Bei Fragen oder Interview-Wünschen wenden Sie sich bitte an:

Quelle: GFD – Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH

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US-Zwischenwahlen: Keine Änderungen in der Handelspolitik zu erwarten

Frankfurt, 07.11.2018 (Marktnews): Von Frank Häusler, Head Macroeconomic and Cross Asset Research, Multi Asset Boutique, Vontobel Asset Management

Das Ergebnis der US-Zwischenwahlen bietet keine Überraschungen: Die Demokraten erobern das Repräsentantenhaus zurück, der Senat bleibt in republikanischer Hand.

Änderungen an der Handels- und Steuerpolitik von US-Präsident Trump sind allerdings nicht zu erwarten. Zwar kann das von den Demokraten dominierte Repräsentantenhaus Trumps Initiativen Steine in den Weg legen, hat aber nicht die Macht, seine Politik komplett umzukehren. Genauso wenig kann erwartet werden, dass die fortschreitende Deregulierung gestoppt werden wird. Bei einzelnen Punkten, wie der Forderung nach einer weiteren Marktöffnung in China oder weiteren Steuersenkungen, herrscht zwischen Demokraten und Republikanern durchaus Einigkeit. Die Wachstums- und Inflationsaussichten für die USA und die Weltwirtschaft bleiben unverändert.

Neben den US-Zwischenwahlen gibt es weitere politische Entwicklungen die einen grösseren Einfluss auf das globale Wirtschaftswachstum und die Performance der Anlageklassen haben. Wir erwarten mehr Klarheit zu den Handelszöllen vom Xi-Trump-Treffen Ende November auf dem G20-Gipfel. China muss seine Wirtschaft ankurbeln. Weiterhin überschatten der Brexit-Deal und die italienische Haushaltsfrage die europäischen Märkte. 

Eine detailliertere Analyse finden Sie in dem beigefügten Dokument (in englischer Sprache) 20181107_Vontobel-AM_Market-Update-US-Mid-Term-elections_EN

Quelle: GFD – Gesellschaft für Finanzkommunikation mbH

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Aktuelle Statements des ZIA-Vorstands anlässlich der EXPO REAL 2018

Berlin, 12. September 2018 (Marktnews):

Zu den politischen Rahmenbedingungen der Immobilienwirtschaft

Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Das politische Umfeld wird schwieriger.“

„Wohnen wird von mehreren Politikern als die soziale Frage unserer Zeit bezeichnet. Vollkommen zurecht diskutieren derzeit nahezu alle Parteien auf sämtlichen Ebenen über bezahlbares Wohnen und Bauen. Leider häufen sich in den letzten Monaten Ideen, die Investoren eher abschrecken als motivieren. Das ist der falsche Weg. Die Immobilienmärkte sind auf privatwirtschaftliches Engagement ebenso angewiesen wie auf öffentliches. Die Denkweise einzelner Politiker, die öffentliche Hand könne die Wohnraumversorgung alleine bewerkstelligen, ist naiv. Indes führen aktuelle politische Debatten wie etwa die Verschärfung der Mietpreisbremse oder die Erweiterung des Betrachtungszeitraums für die Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete zu immer emotionaleren Diskussionen. Hier schrecken vereinzelte Politiker auch vor höchst bedenklichen Aufrufen wie etwa Hausbesetzungen und Enteignungen privater Wohnungsunternehmen nicht mehr zurück. Es ist höchste Zeit, die öffentliche Diskussion wieder zu versachlichen und das Ziel des bezahlbaren Bauens nicht aus den Augen zu verlieren. Neubau ist der beste Mieterschutz. Der ZIA hat im Vorfeld des Wohnungsgipfels 28 Kernforderungen vorgelegt, die das Planen und Bauen in Deutschland beschleunigen können. Darauf sollten sich sämtliche politischen Kräfte konzentrieren. Wir brauchen schlankere Prozesse, weniger Bürokratie und mehr Bauland, um die neue soziale Frage unserer Zeit beantworten zu können. Dafür setzt sich der ZIA als Partner der Politik auf allen Ebenen ein.“

Zum deutschen Immobilienmarkt aus internationaler Perspektive

Jochen Schenk, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Deutschland bleibt ein attraktiver Investmentstandort.“

 

Zum steuerrechtlichen Umfeld der Immobilienwirtschaft

Martina Hertwig, Vizepräsidentin des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Die Grunderwerbsteuer ist ein echtes Hindernis.“

 

Zur aktuellen Zins- und Finanzmarktpolitik

Jan Bettink, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.:

„Wir haben immer mehr Regulierung erleben müssen.“

 

Corporate Social Responsibility / Diversity

Bärbel Schomberg, Vizepräsidentin des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Diversity trägt zum wirtschaftlichen Erfolg bei.“

 

Klimaschutz in der Immobilienwirtschaft

Thomas Zinnöcker, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Technologieoffenheit statt Verschärfung.“

Bezahlbares Wohnen

Rolf Buch, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Wir brauchen eine Bundesbauordnung.“

 

Büroimmobilien

Ulrich Höller, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Die aktuell alarmierend hohe Büroknappheit verschärft sich weiter.“

 

Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Dr. Jochen Keysberg, Vizepräsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss:

„Deutschland droht den Anschluss zu verlieren.“

Den ausführlichen Artikel können Sie unter 180912_Statements ZIA-Vorstand_EXPO REAL 2018.pdf nachlesen.

Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. 

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SPD-12-Punkte-Plan: Unüberlegte Ideen verschlimmern die Situation

Berlin, 10.09.2018 (Marktnews): Die SPD hat einen 12-Punkte-Plan vorgestellt, der unter anderem vorschlägt, dass Bestandsmieten und Mieten bei Neuvermietungen in Gebieten mit angespannten Wohnungsmärkten für 5 Jahre nur in Höhe der Inflation steigen dürfen. Zudem solle der Missbrauch bei der Grunderwerbsteuer mittels Share Deals schnellstmöglich beendet werden.

„Wir brauchen Wohnungen in den Ballungsräumen statt Verzweiflungstaten. Bei den Ideen der SPD handelt es sich leider um ein Wahlkampfpapier mit praxisfernen Ideen statt um einen tatsächlichen lösungsorientierten Beitrag“, sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. „In jedem Wort liest man deutlich, dass die SPD die Immobilienwirtschaft als gierig und mieterfeindlich darstellt. Das ist angesichts der rund drei Millionen Erwerbstätigen in unserer Branchen schon einmal per se missbilligend. Ebenso schlimm ist aber, dass die Vorschläge das Investitionsklima erheblich verschlechtern würden und damit vollständig in die falsche Richtung gehen. Dabei brauchen wir eben privates und öffentliches Engagement, um die Wohnungsknappheit durch mehr Neubau zu beseitigen. Investorenfeindliche Ideen helfen weder Mietern noch Städten und Gemeinden.“

SPD zieht falsche Schlüsse

„Populismus und Angst vor schlechten Wahlergebnisses waren schon immer schlechte Ratgeber für eine ausgeglichene und nachhaltige Politik. Dabei stimmt die Analyse weitestgehend, dass die beste Mietpreisbremse im ‚Bauen, Bauen, Bauen‘ besteht – und zwar von bezahlbaren Wohnungen. Auch die angekündigte Trendwende für den ländlichen Raum und schrumpfende Regionen ist richtig, das dahinterstehende Instrument allerdings fragwürdig“, meint Mattner. „Leider ziehen die wahlkämpfenden Sozialdemokraten die falschen Schlüsse und versuchen durch massive Eingriffe in das Eigentum und weitere Regulierungen in den privaten Wohnungsmarkt einzugreifen. Allein wird der Staat aber die Herkulesaufgabe nicht schaffen, in angespannten Märkten ausreichend Wohnraum zu schaffen und in ländlichen Regionen Stabilität durch Investitionen zu erreichen. In Berlin etwa regieren die Sozialdemokraten und könnten gute Akzente setzen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, Investoren abzuschrecken. Damit wird es nicht funktionieren.“

Unterstützung für Kommunen statt Abschreckungspolitik

Der ZIA hat anlässlich des Wohnungsgipfels der Bundesregierung am 21. September 28 Vorschläge zur Planungs- und Baubeschleunigung in Deutschland veröffentlicht. Diese sehen unter anderem vor, Kommunen zu unterstützen und die Effizienz in allen Bereichen zu steigern. „Langwierige Verfahren, überlastete Bauämter und schwierige Planungen erschweren die Situation weiter. Wir müssen schauen, wie wir Kommunen auf Bundes- und Landesebene und in unserer Branche unterstützen können, um das Ziel von 1,5 Millionen Wohnungen in dieser Legislaturperiode ernsthaft verfolgen zu können“, meint Mattner.

Die Vorschläge können Sie hier herunterladen: https://www.zia-deutschland.de/positionen/planungs-und-baubeschleunigungsgesetz/

Quelle: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.

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Emissionsaktivitäten geschlossene Publikums-AIF – Weniger Fonds, mehr Volumen

Berlin, 30. Juli 2018 (Marktnews): In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden 14 Publikums-AIF zum Vertrieb zugelassen – drei weniger als im Vorjahreszeitraum. Das emittierte Eigenkapitalvolumen liegt dennoch 80% über dem Vorjahresniveau. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Anbieter.

Die Ratingagentur Scope hat die im zweiten Quartal (Q2) 2018 emittierten geschlossenen Publikums-AIF (alternative Investmentfonds) erfasst: Es wurden sieben geschlossene Publikums-AIF mit einem prospektierten Eigenkapitalvolumen von insgesamt rund 317 Mio. Euro zum Vertrieb zugelassen. Damit bewegt sich das Emissionsvolumen auf dem Niveau des ersten Quartals.

In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden insgesamt 14 Publikums-AIF von der BaFin zum Vertrieb zugelassen. Das sind zwar drei AIF weniger als im Vorjahreszeitraum. Das prospektierte Eigenkapitalvolumen liegt dennoch 80% über dem Vorjahresniveau: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres belief es sich auf rund 630 Mio. Euro – im ersten Halbjahr 2017 lag es über alle 17 AIF bei nur rund 350 Mio. Euro.

„Die Anzahl der emittierten Publikums-AIF befindet sich weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Lediglich WealthCap hat mit zwei großvolumigen Fonds in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für eine Belebung gesorgt“, sagt Stephanie Lebert, Senior Analystin von Scope Analysis.

„Wir erwarten für die zweite Jahreshälfte ein leicht geringeres Emissionsniveau als für die ersten sechs Monate dieses Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr erwarten wir für 2018 aber ein insgesamt höheres Emissionsvolumen. Sollte der neue Jamestown-Fonds noch in diesem Jahr kommen, hätte das sogar eine Verdopplung des Emissionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr zur Folge“, sagt Lebert.

Anzahl Vermögensanlagen stark rückläufig

Das Angebot neuer Vermögensanlagen besteht in Q2 2018 aus zwölf Produkten. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum waren es noch 28 Vermögensanlagen – ein Rückgang um 57%.

Auch das zu platzierende Kapital geht deutlich zurück: Es beläuft sich in Q2 2018 auf rund 133 Mio. Euro – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (rund 292 Mio. Euro) bedeutet dies einen Rückgang um rund 54%.

In der ersten Jahreshälfte 2018 wurden insgesamt 23 Vermögensanlagen von der BaFin genehmigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit insgesamt 41 genehmigten Produkten ist das ein Rückgang um 44%.

Das gesamte zu platzierende Volumen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres beläuft sich auf rund 367 Mio. Euro – im ersten Halbjahr 2017 lag es über alle 41 Vermögensanlagen bei rund 440 Mio. Euro, was einem Rückgang von rund 17% entspricht.

Alle Details zu den Emissionsaktivitäten im vollständigen Report – ZUM DOWNLOAD

Quelle: Scope Research

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BaFin untersagt Paraguay Investment

©www.shutterstock.com

19.Juni 2018 – Die BaFin untersagt das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE“. Anbieter ist die Agri Terra KG.

Wir recherchieren. Weitere Informationen folgen!

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Vorsicht in Bulgarien – No-Go Area für Investoren?

Landshut, 18. Juni  2018Bulgarien gilt für Investoren als gefährliches Pflaster. Großen Chancen stehen staatlicher Willkür, Korruption und fehlende Vertragstreue gegenüber.

Am folgenden Beispiel aus dem Bereich der erneuerbaren Energien wird dies sehr deutlich. Lesen und staunen Sie, was uns der Projektierer berichtet:

Das bulgarische Erneuerbare-Energien-Gesetz (Art. 31) sieht vor, dass der öffentliche Versorger und die Endlieferanten Strom aus erneuerbaren Quellen (EEG) kaufen, wie von der Kommission für Energie- und Wasserregulierung (KEVR) festgelegt. Dies basiert auf langfristigen Kaufverträgen für 20 Jahre bei Solarstrom. Die Kontrolle der Erfüllung dieser Verpflichtungen erfolgt durch die KEVR, theoretisch wenigstens.

Die Endlieferanten (hier EVN Bulgaria, 100%ige Tochter der mehrheitlich staatlichen Energieversorgung Niederösterreich AG) verkaufen die Mengen an Strom, die sie gemäß Art. 31 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von den Stromproduzenten erhalten haben, zu dem Preis, zu dem sie den Strom erworben haben (Art. 94 EnWG). Die Kosten für Vorzugspreise für Energie aus erneuerbaren Quellen werden auf die Endverbraucher umgelegt. So die Theorie.

In unserem Fall war vertraglich mit Verträgen vom 30.09. und 18.11.2013 vereinbart, dass der zuständige Energieversorger EVN Bulgaria Elektrosnabdyavane EAD, Tochterunternehmen der EVN Österreich – vom Anlagenbetreiber / Pächter Finikal EOOD den Strom abnimmt. Mitunterzeichnet hatte die Firma SIUS OOD, der Verpächter und Eigentümer der Anlage. Eigentlich wäre nun EVN Bulgaria verpflichtet, den produzierten Strom zum gesetzlich festgelegten Preis zu erwerben und an Finikal EOOD zu bezahlen.

Finikal im Gegenzug müsste dieNetzzugangsgebühr an die EVN zahlen, die sie weiterleitet und die 20 % Mehrwertsteuer unverzüglich mit Rechnungsstellung abführen. Und natürlich muss Finikal die mit der Pacht und den Betrieb der Anlage verbundenen Kosten tragen. So die Theorie weiter.

Die Praxis sieht leider anders aus:

Im Mai 2015 hat die EVN die Zahlung für Strom, der von der SIUS EOOD PV Anlage produziert und von Finikal EOOD geliefert wurde, ausgesetzt. Sie sei angeblich nicht sicher, ob der Pachtvertrag rechtsgültig sei, wobei dies ein eher vorgeschobener wegen des rechtsgültigen Einspeisevertrages Finikal – EVN Bulgaria irrelevanter Einwand ist.

Gleichzeitig aber wurde durch die EVN Electric Distribution EAD Bulgaria die Rechnungsstellung und Erhebung der Netzzugangsgebühr an Finikal EOOD nicht eingestellt, sondern im Gegenteil bei Nichtzahlung mit der Abschaltung der Anlage gedroht. Die EVN Bulgaria führte weder die Mehrwertsteuer ab, was auch der Käufer in Bulgarien könnte, noch verzichteten sie auf die Geltendmachung der Vorsteuer.

Der (fehlende) Rechtsschutz

Am 04.04.2016 reichte Finikal EOOD über deren Rechtsanwalt eine Beschwerde bei der Energieregulierungsbehörde KEVR ein, die sich jedoch weigerte, über die EVN  Zahlungspflicht von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu entscheiden, bestätigte aber im Gegenzug die Notwendigkeit der Zahlung von Netzzugangsgebühren durch Finikal EOOD.

So haben sich bis September 2017 Verbindlichkeiten von Finikal EOOD gegenüber der Elektrizitätsversorgungsgesellschaft (Netzzugangsgebühr), gegenüber dem Finanzamt – Mehrwertsteuer für Stromverkauf, der ja nicht bezahlt wurde – und den Gebühren für die Stromerzeugung in Höhe von mehreren hunderttausend EURO angesammelt, die teilweise aus privaten Rücklagen bezahlt wurden.

Zwischenergebnis

Das Unternehmen Finikal EOOD erhielt trotz monatlicher EVN Stromabrechnung und Rechnungsstellung von Finikal EOOD an EVN Bulgaria keine Zahlungen für den gelieferten Strom, erfüllt jedoch in gutem Glauben seine gesetzlichen Verpflichtungen für Herkunftsnachweise von EEG-Strom an die Agentur für nachhaltige Energieerzeugung, Zahlung von Eigenverbrauchsstrom und von Netzzugangsgebühr jeweils an EVN Bulgaria.

Ein Lichtblick?

Mit Beschluss Nr. G-272 vom 25.07.2017 nunmehr erlassen durch die Energie – und Wasserregulierungskommission (KEVR) wurde EVN Bulgaria aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt des Beschlusses die Rechnungen von Finikal EOOD zu bezahlen, den ordnungsgemäßen Status des dreiseitigen Vertrages herzustellen und innerhalb von zehn Tagen nach Ausführung des Beschlusses KEVR über den Vollzug zu benachrichtigen. In seiner Begründung führte KEVR aus, dass ein Verstoß gegen die gesetzliche Verpflichtung der EVN Bulgaria vorliegt, der sich aus der zwingenden Rechtsnorm des Art. 31 der ZEVI ergibt, und die Dauer der Verpflichtung wird durch den dreiseitigen Vertrag vom 18.11.2013 rechtskonform festgelegt.

Die KEVR hatte zwar unmissverständlich festgestellt, dass die Aussetzung der Stromzahlung durch die EVN Bulgaria an Finikal EOOD seit Mai 2015 rechtswidrig war, weil „ab dem Zeitpunkt, zu dem der Schuldner die Übertragung der Forderung erhält (dreiseitiger notarieller Vertrag 18.11.2013), eine Leistungspflicht  zugunsten des neuen Gläubigers (Finikal EOOD) besteht”, so die KEVR Ausführungen wörtlich.

Nach dem Inkrafttreten der Entscheidung der KEVR ist die EVN Bulgaria ihrer gesetzlichen Verpflichtung mit den laufenden Stromzahlungen an Finikal EOOD  ab  August 2017 zwar nachgekommen, für die Stromlieferungen aus dem Zeitraum  Mai 2015 bis  Juli 2017 verweigerte EVN Bulgaria weiterhin die Zahlung und behauptete fälschlicherweise, dass die KEVR die Zahlungsverpflichtung für diesen Zeitraum nicht angewiesen hatte. Für die überfälligen Steuerzahlungen beanspruchte die Steuerbehörde die in der Winterzeit üblicherweise geringeren Stromerlöse vollständig.

Fehlender effektiver Rechtsschutz

Mit einem Schreiben an KEVR und einer Kopie dieses Schreibens an die EVN Bulgaria zeigte Finikal der KEVR nochmals auf, dass EVN nur teilweise der Anordnung und der gesetzlichen Zahlungspflicht nachgekommen ist. Laut Gesetz muss die Zahlung monatlich regelmäßig erfolgen, und es handelt sich bei Nichtzahlung nicht nur um eine Verletzung eines einzelnen Verwaltungsaktes. Man hatte gehofft, dass die KEVR ihre öffentlich-rechtlich zugewiesenen Verpflichtungen umsetzen würde. Finikal hat zudem ein Verfahren gegen die EVN Bulgaria nach Art. 77, Verordnung 3 über die Genehmigung von Aktivitäten im Energiesektor in Verbindung mit Art. 59 des Energiegesetzes eingeleitet, um die wiederholten andauernden Rechtsbrüche zu sanktionieren. Dies können finanzielle Sanktionen oder aber auch der Entzug der EVN-Lizenzrechte aufgrund der Verletzung der Ziele und Grundsätze des Energiegesetzes und des systematischen Verstoßes des Lizenznehmers gegen die Verpflichtungen aus der Lizenz und dem Bulgarischen Gesetz sein. EVN hat ja vom Staat die Lizenz erhalten.

Bis heute liegt von KEVR keine Antwort vor. Statt einer Antwort von KEVR erhielt Finikal aber einen aus Sicht der Betroffenen spöttisch-arroganten Brief. Nr. 3889-7 / vom 28.09.2017 von EVN Bulgaria mit einer Kopie an KEVR, in dem EVN Bulgaria mitteilt, dass sie trotz der klaren Anweisung der Aufsichtsbehörde ihre gesetzlichen Verpflichtungen auf dem regulierten Energiemarkt nicht erfüllen will.

Es geht noch schlimmer

In einer neuerlichen gerichtlichen Anhörung am 11. Juni 2018 haben EVN Bulgaria und KEVR jetzt völlig überraschend ein Protokoll 101 vom  08.06.2018 vorgelegt, mit dem die KEVR ohne Angabe von Gründen und ohne vorherige Anhörung der Finikal die Entscheidung Nr. G-272 vom 25.07.2017 „zurückzieht“.

In einer merkwürdigen Einstimmigkeit wollen scheinbar das Monopolunternehmen EVN Bulgaria und KEVR gemeinsam den Fall zum Schaden von Finikal EOOD beenden. Hintergrund für diese Handlungsweise ist vermutlich nach vertraulichen Informationen das persönliche Interesse von namentlich bekannten mutmaßlich korrupten Politikern und einem ehemaligen Richter des obersten Justizrats von Bulgarien, der wegen Korruptionsverdacht aus seinem Amt entlassen wurde. Wie soll ein aufstrebendes Land die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, wenn Politiker in einer so rechtswidrigen Art eingreifen.

Von der Entscheidung profitiert die EVN Bulgaria, deren Ziel es vermutlich ist, nach Aushungern der Finikal die der Finikal geschuldeten Beträge gewinnerhöhend auszubuchen. Man könnte das natürlich als Unterstellung werten oder als Einzelfall, wie Herr Mag. Szyszkowitz in der letzten Hauptversammlung  von zwei Bußgeldfällen in Bulgarien erzählte, weil man Zähler rechtswidrig getauscht habe.

Die EVN schreibt zwar im Konzerngeschäftsbericht 2016/17 auf S. 55 vollmundig:

„Ethik und Integrität –  Im Verhaltenskodex der EVN sind all jene Aspekte ihrer Geschäftstätigkeit verankert, die Menschenrechte, Governance, Compliance, Unternehmensethik, Korruptionsprävention, öffentliches Auftreten und Wettbewerbsverhalten betreffen. Er umfasst Unternehmensgrundsätze, die über geltendes Recht hinausgehen, und legt Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter des Konzerns fest. Verlässlichkeit, Transparenz, Vertrauen und Qualität im Umgang mit internen und externen Partnern sind dabei die zentralen Leitlinien.“

Interessanter als diese scheinbar nicht gelebten Grundsätze sind aber die auf S. 57 im gleichen Bericht versteckten Angaben:

„Im Jahr 2013 hat die bulgarische Wettbewerbskommission (CPC) ein Verfahren gegen die EP Yug (vormals EVN Bulgaria EP), die EVN Bulgaria EC, die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria eingeleitet, um mögliche Verletzungen gesetzlicher Bestimmungen zu bewerten. Gegenstand des Verfahrens war der Vorwurf unzureichender Unterstützung bzw. der Behinderung des Registrierungsprozesses auf dem freien Markt sowie des Lieferantenwechsels durch Kunden. Mit Entscheidung vom 29. Juni 2017 stellte die CPC das Verfahren gegen die EVN Trading SEE und die EVN Bulgaria ein, das Verfahren gegen die EP Yug und die EVN Bulgaria EC ist weiterhin anhängig.

Im Jahr 2016 eröffnete die CPC ein weiteres Verfahren gegen die EP Yug, die EVN Bulgaria EC und die EVN Bulgaria. Die Vorwürfe in diesem zweiten Verfahren decken sich im Wesentlichen mit jenen des im Jahr 2013 eröffneten. Zudem wurden gegen die EVN Bulgaria EC und die EP Yug acht weitere Verfahren vor der bulgarischen Wettbewerbskommission eröffnet. Sie zielen darauf ab, mögliche Verstöße gegen Artikel 15 (ungesetzliche Vereinbarungen, Beschlüsse und konzertierte Praktiken) und Artikel 21 (Missbrauch eines Monopols oder einer kontrollierenden Marktposition) des bulgarischen Wettbewerbsrechts zu bewerten.“

Also gab es da insgesamt zehn Verfahren gegen zwei EVN-Töchter wegen Behinderung des freien Marktes und Kartellverstößen. Aber auch mit der KEVR in Bulgarien hat man Probleme, wobei laut dem Vorstandsvorsitzenden Szyszkowitz genau zwei Verfahren den Zählertausch betrafen (Aussage in der letzten HV). Wieder auf S. 57 kann man lesen:

„Der bulgarische Regulator hat bei der EP Yug Untersuchungen wegen diverser Verstöße durchgeführt.“ Die meisten (2) dieser Verfahren betreffen Verstöße gegen Vorgaben für Protokolle über den Ersatz kommerzieller Zähler. Die behaupteten Verstöße bestehen z. B. im Fehlen von Unterschriften der Kunden, Zeugen oder Mitarbeiter der EP Yug. Als Ergebnis der Prüfung hat der Regulator bisher in 304 Fällen Geldbußen in Höhe von umgerechnet rund 3,1 Mio. Euro verhängt. Die EP Yug hat vor den zuständigen bulgarischen Gerichten Berufung gegen diese Geldbußen eingelegt. Bislang wurden 124 Verurteilungen (rund 1,3 Mio. Euro) aufgehoben und 172 Verurteilungen (rund 1,8 Mio. Euro) bestätigt.“

Sieht man vom Zählertausch ab, also 170 rechtskräftige Geldbußen über zusammen 1,8 Mio. Euro. Die Bußen wurden, mit zustimmendem Nicken der Aufsichtsratsvorsitzenden, laut Vorstandsvorsitzendem aus der Firmenkasse bezahlt.

Bei der Vielzahl der alleine in Bulgarien erfolgten Bußgelder liegt der Schluss nahe, dass

  • man in Bulgarien sich mutmaßlich nicht um die lästige Einhaltung der Gesetze kümmern will und
  • seitens der Konzerngeschäftsleitung kein ernsthafter Wille ersichtlich ist, die regelmäßigen Verstöße abzustellen oder die Verantwortlichen für systematische und scheinbar vorsätzliche Gesetzesverstöße zur Rechenschaft zu ziehen.

Dabei berichtet man aber nicht einmal über alles.

Lizenzentzugsverfahren

So laufen in Bulgarien nach gut unterrichten Quellen noch Verfahren wegen Bilanzmanipulation / Bilanzfälschung, und es liegen Insolvenzanträge gegen EVN Bulgaria vor. Staatliche Gutachter zur bilanziellen Situation berichten von Einschüchterung, Behinderung und Bestechungsversuchen. Das weckt kein Vertrauen. Das Aushungern von Produzenten alternativer Energie scheint bei EVN scheinbar System zu haben. Ein weiteres Beispiel hierfür ist ein deutscher Investor, der in Wasserkraftwerke investiert hat und dessen Einkünfte ebenfalls von EVN u.E. rechtswidrig zurückbehalten werden, ja sogar in der EVN Bulgaria Bilanz u.E. rechtswidrig ausgebucht wurden. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine Schönung des Bilanzergebnisses handelt, wobei es sich dabei um einen hohen 6- stelligen Betrag handelt. Der Investor versucht nun schon seit Jahren, diesen Rechtsbruch gerichtlich ahnden zu lassen, aber es gelingt EVN Bulgaria immer wieder gemeinsam mit den Behörden, eine Entscheidung zu verschleppen. Daneben wäre die EVN AG verpflichtet, Ad-hoc-Mitteilungen über ein Insolvenzverfahren oder ein Lizenzentzugsverfahren in den Märkten, in denen Aktien des Unternehmens gehandelt werden, zu veröffentlichen.

Zusammenfassung

Nach ständiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union stellt die Nichtbeachtung der Primär- und Sekundärvorschriften durch Verwaltungshandlungen, die den Zielen des Rechts der Europäischen Union zuwiderlaufen oder diese nicht befolgen, eine fehlerhafte Anwendung des Rechts der Europäischen Union  dar (Urteil der Kommission vom 25. Mai 1982, der Europäischen Gemeinschaften gegen das Königreich der Niederlande, Rechtssache 96/81 (12); Urteil des Gerichtshofes vom 23. Mai 1985, Kommission der Europäischen Gemeinschaften gegen Bundesrepublik Deutschland, Rechtssache 29/81. 84 (22) ).

Trotz der Umsetzung der Anforderungen aus der Richtlinie 2009/72 / EG und der Richtlinie 2009/28 / EG zur Förderung der Stromerzeugung und des -verbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen in nationales Recht durch die Einführung von präferenzbegünstigten Stromverkauf und Bestimmungen zur Gewährleistung der Unabhängigkeit  und Unparteilichkeit und deren  Umsetzung durch  die nationale Regulierungsbehörde, hat die KEVR mit ihren Handlungen beziehungsweise deren Unterlassungen die Verpflichtungen aus der europäischen Gesetzgebung unseres Erachtens in erheblichem Maße verletzt.

EVN als mutmaßlicher Anstifter und die KEVR als mutmaßlicher Täter verstoßen nach unserer Auffassung dagegen,  ihrer Verpflichtung in einem regulierten Markt nachzukommen und dessen Teilnehmer zur Einhaltung der Gesetze und der Ziele der Rechtsvorschriften der Europäischen Union zu zwingen:

  1. Die Rechtssicherheit von Investoren und berechenbare Förderregelungen in Bezug auf erneuerbare Energieträger wird unter Verstoß gegen die Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Förderung der Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen durch wirksame Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Richtlinie 2009/28 / EG unterlaufen
  2. KEVR unternimmt nichts bei Verstößen gegen monopolistische Marktteilnehmer wie EVN Bulgaria, was den anderen Marktteilnehmern erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
  3. Dem Lieferanten (Erzeugern von EEG-Energie) Finikal EOOD wird die Unterstützung durch die Regulierungsbehörde (KEVR) verweigert, ihre gesetzlich garantierten Zahlungen für Energielieferung zu erhalten um diese für anderweitige Zahlungsverpflichtungen verwenden zu können. Gleichzeitig soll allem Anschein nach dem Endlieferanten EVN Bulgaria als Monopolmarktteilnehmer die Möglichkeit gegeben werden, sich mit Stromzahlungen, die von dem staatlichen Stromverteiler NEC an EVN Bulgaria entsprechend dem Art. 94 der EA monatlich bezahlt werden, jedoch nicht an den Stromlieferanten Finikal EOOD weitergeleitet werden, dem die Zahlungen gesetzlich als Hersteller zustehen.
  1. Finikal EOOD hat durch diese Vorgehensweise erhebliche Zahlungsschwierigkeiten, denn 25 Monatsrechnungen mit einer Gesamtsumme von ca. 2,7 Mio. EURO wurden von EVN Bulgaria nicht bezahlt, jedoch ist die Mehrwertsteuer für diese Summe fällig und muss durch Finikal EOOD ebenso wie die aufgelaufenen Verzugszinsen vom Finanzamt bezahlt werden.
  2. KEVR unterstützt durch seine Vorgehensweise und Untätigkeit den mutmaßlichen durch EVN begangenen Steuerbetrug, indem sich EVN die Vorsteuer der von Finikal EOOD erhaltenen Rechnungen erstatten lässt und gleichzeitig Finikal nicht in die Lage versetzt, die Mehrwertsteuer an den Staat abführen zu können.

Wir haben uns entschlossen, dieses Beispiel zunächst aus Sicht des Investors darzustellen. Um aber auch die andere Seite aufgrund der journalistischen Unabhängigkeit zu hören, werden wir eine Stellungnahme von der Deutsch-Bulgarischen Handelskammer AHK sowie der bulgarischen Botschaft erbitten. Wir sind gespannt auf deren Antworten.

 

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BVI fordert PRIIPs-Korrektur und Verschiebung des Starttermins

Frankfurt, 9. Mai 2018 – Der deutsche Fondsverband BVI rät dringend, wesentliche Stellschrauben der PRIIPs-Verordnung zu korrigieren, bevor sie in Deutschland alle Publikumsfonds erfasst.

Das wäre 2020 der Fall. Bislang erhalten Privatanleger nur bei Fondspolicen ein PRIIPs-Informationsblatt, kurz PRIIPs-KID. „Es wäre unverantwortlich gegenüber den Verbrauchern, die etablierten wesentlichen Anlegerinformationen künftig durch ein mangelhaftes PRIIPs-KID zu ersetzen“, kritisiert Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. „Die PRIIPsInformationsblätter müssen überarbeitet werden, insbesondere die Angaben zu Kosten und Wertentwicklung. Die EU-Kommission sollte dafür die für Ende 2018 vorgesehene Überprüfung der PRIIPsVorschriften nutzen.“

Angesichts der gravierenden und komplexen Mängel geht der BVI von einer längeren Überarbeitungsphase aus. Außerdem dürften die EU-Wahlen im Mai 2019 den Prozess verzögern. Er schlägt daher vor, genügend Zeit einzuplanen und den Starttermin für das PRIIPs-KID um 24 Monate auf Januar 2022 zu verschieben. In der Vergangenheit hat der BVI wiederholt folgende Punkte kritisiert:

Berechnung der Wertentwicklungs-Szenarien: Investmentfonds sollen drei Szenarien zur Wertentwicklung erstellen – allerdings auf Basis von Daten aus der Vergangenheit. Dadurch entstehen Verzerrungen. Beispielsweise werden nach einem mehrjährigen Börsenaufschwung und anschließendem Einbruch der Kurse die Szenarien zu positiv ausfallen und damit die aktuelle Entwicklung ignorieren. Es droht eine bewusste Fehlinformation der Anleger.

Berechnung der Transaktionskosten: Die EU-Kommission hat den Ansatz der europäischen Finanzaufsichtsbehörden und damit eine im Markt unübliche Vorgehensweise zur Berechnung der Transaktionskosten übernommen. Sie will die Differenz zwischen dem tatsächlichen Preis beim Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers und dem „mittleren Marktpreis“ als Transaktionskosten festlegen („Arrival-Price-Methode“). Das führt in weniger liquiden Märkten wie bei Anleihen regelmäßig zu falschen oder sogar negativen Transaktionskosten. Ein Indikator dafür sind die Daten zum Kostenausweis nach MiFID II. Danach können Fonds die Transaktionskosten schon heute nach der Arrival-PriceMethode berechnen. Obwohl erst ein Bruchteil von ihnen davon Gebrauch macht, weisen dadurch schon etwa drei Prozent aller in Europa vertriebenen Fonds negative Transaktionskosten aus. Sollte die Arrival-Price-Methode zwingend für alle Fonds vorgeschrieben werden, dürfte dieser Anteil deutlich höher ausfallen

Derzeit erhalten Privatanleger je nach Vertriebsweg vier verschiedene Dokumente: Die neuen Informationen nach MiFID II, das PRIIPs-KID für Fondspolicen, ein spezielles Produktinformationsblatt zu Riester-Fonds und schließlich das etablierte OGAW-KIID, auch bekannt als „wesentliche Anlegerinformationen“. Letzteres enthält übersichtliche und vergleichbare Informationen für Anleger unter anderem zu Kosten, Wertentwicklung und Risiken des jeweiligen Fonds, soll aber ab 2020 durch das PRIIPs-KID ersetzt werden.

Quelle: BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V., Pressemitteilung vom 09. Mai 2018

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Offener Brief an Herrn Kardinal Rainer Woelki zur Weihnachtsansprache 2017

Kardinal Rainer Woelki

Offener Brief an Herrn Kardinal Rainer Woelki zur Weihnachtsansprache 2017 mit dem Thema „Immobilienspekulation menschenverachtend“

Sehr geehrter Herr Kardinal Woelki,

zum Weihnachtsfest 2017 fand Ihre Predigt vor allem in Form der Passage „Immobilienspekulationen sind menschenverachtend“ großen Widerhall in den überregionalen Medien. Ich würde sogar diese Reaktion vergleichen mit dem Satz des heutigen Papstes „die Wirtschaft tötet“. Kapitalismusbashing ist schließlich en vogue.

Es wird berichtet, dass Sie wörtlich gesagt haben: „…Mehr und mehr Menschen sich Wohnen in unserem an sich wohlhabenden Land nicht mehr leisten können, weil Wohnungen nicht selten ausschließlich zu Renditeobjekten geworden sind und so preiswerter bezahlbarer Wohnraum fehlt. … Das sei zynisch, im Letzten sogar menschenverachtend!“

Natürlich ist es legitim und auch richtig, als Kirchenmann an das soziale Gewissen von Menschen zu appellieren. Besonders glaubhaft ist es dann, wenn man danach selbst lebt. Denn es gilt bekanntlich der Spruch: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Die Fakten:

Im Finanzbericht 2016 des Erzbistums Köln, dem Sie ja vorstehen, werden Immobilien mit einem Bilanzwert von über 600 Millionen Euro ausgewiesen, davon 277 Wohn- und Geschäftsimmobilien. Dass der reale Wert deutlich höher ist, ist den Bilanzrichtlinien geschuldet. In einem Medienbericht des Spiegels aus dem Jahr 2015 wird der aktuelle Wert eines einzigen Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Köln mit 1,4 Millionen Euro taxiert. In diesem Spiegelartikel wird auch die Beteiligung des Erzbistums an 17 Unternehmen herausgestellt, darunter die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft und der Rheinwohnungsbau. Erstere verwaltet rund 25.000 Wohnungen und letztere, an der das Bistum Köln etwa 41,5 Prozent hält, rund 6.000 Wohnungen.

Im einem ARD-Bericht, der heute noch auf YouTube unter dem Titel „Vergelts Gott“ abrufbar ist, wird ausführlich am Beispiel der Immobilien “Dom Forum“ dargestellt, dass die Kölner kirchliche Vermögensverwaltung klassische und legale Steuervermeidungsstrategien über Briefkastenfirmen in Holland wählt. Diese Vorgehensweise ist die von Immobilienspekulanten.

Neben dem Immobilienbesitz des Erzbistums hält sowohl der Erzbischöfliche Stuhl (gemäß einem ZEIT Beitrag aus 2013 verfügt diese Verwaltungseinheit der Kirche einen Besitz von 166 Millionen, rund 10 Prozent in wohnwirtschaftlichen Investments) als auch das Domkapitel separate Real Estate Investments. Wer allein im Erzbischöflichen Stuhl Erträge von fast 10 Millionen Euro (2012) und im Domkapitel von 144.000 Euro (2015) erwirtschaftet, erzielt Renditen, die ihn als Immobilienspekulant auch dort ausweisen.

Hier nun meine Fragen an Sie, verehrter Kardinal Woelki:

Kennen Sie diese Finanzinvestitionen Ihres Bistums vor Ihrer Predigt, wodurch sich das Erzbistum Köln als Immobilienspekulant outet?

Ist deshalb die katholische Kirche in Köln zynisch und menschenverachtend?

Bitte erläutern Sie mir diesen elementaren Widerspruch, den Sie einerseits in der Predigt fordern, andererseits aber in der täglichen Finanzverwaltung Ihres Bistums selbst nicht erfüllen?

Kurz gesagt: Weder tötet die Wirtschaft noch sind Immobilienspekulanten zynisch oder menschenverachtend. Sicher kommt es immer auf die Menschen an, die Verantwortung in Unternehmen und Funktionen tragen. In der Immobilienwirtschaft werden Risiken und Investitionen eingegangen, denen ein bestimmter Ertrag gegenüberstehen muss. In Zeiten schwieriger Marktlagen kommt es nicht selten deshalb auch zu Insolvenzen von Immobilienunternehmen. Und Sie verstehen mich richtig, dass ich dies auch den Vermögensverwaltern der Kirchen zugestehe. Und wenn Papst Alexander VI. über Keuschheit predigte, ist das genauso glaubhaft, wie wenn heute die Kardinäle der Erzbistümer Köln oder München über Armut, Sozialgerechtigkeit oder eben Immobilienspekulation von der Kanzel sprechen.

Die Kirche sollte deshalb durchaus überlegen, auf ihre Privilegien zu verzichten, wie Notargebührvorteile, wie Steuervorteile, wie Verbot von Betriebsräten in kirchlichen Unternehmen usw.. Das wäre weder zynisch und auch nicht menschenverachtend, sondern glaubwürdig.

Wenn ich Zitate wie von Ihnen lese, erinnere ich mich gerne an das Finale des Film „In den Schuhen des Fischers“. Und diese Vision stammt aus dem Jahre 1968!

Ich freue mich auf Ihre Argumente!

Mit freundlichen Grüßen

Edmund Pelikan
Sachverständiger und Publizist für Sachwerte und Investmentvermögen
Gründer der Stiftung Finanzbildung gemeinnützige UG

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